Weihbischof Zekorn ruft zur Stimmabgabe bei Kirchenvorstandswahlen auf

Coesfeld, 07.11.18 (pbm/gun). Im nordrhein-westfälischen Teil des Bistums Münster dürfen am 17./18. November knapp 1,4 Millionen Katholiken ab 18 Jahren neue Kirchenvorstände in ihren Pfarreien wählen – davon 146.671 im Kreisdekanat Coesfeld. Weihbischof Dr. Stefan Zekorn ruft die Katholiken in seiner Region auf, ihr Stimmrecht zu nutzen: „Wir brauchen kompetente und engagierte Mitglieder in den Kirchenvorständen, die etwas von der Sache verstehen und selbstbewusst agieren.“ Zekorn bedankt sich schon jetzt bei allen, die sich als Kandidaten zur Verfügung gestellt haben: „Sie tun dies in einer schwierigen Zeit für die Kirche.“

Der Weihbischof hofft auf eine hohe Wahlbeteiligung: „Nur so bekommt der Kirchenvorstand eine breite Legitimation, die Rückhalt für die bevorstehenden Aufgaben und Anerkennung zugleich ist.“ Die Kirchenvorstände verwalten und vertreten das Vermögen der Kirchengemeinden. Dabei beschäftigen sich die Mitglieder unter anderem mit Personal- und Finanzfragen und entscheiden über Investitionen sowie den Unterhalt von Gebäuden.
Nach der Premiere bei den Pfarreiratswahlen im vergangenen Jahr gibt es erstmals auch bei den Kirchenvorstandswahlen die Möglichkeit der Allgemeinen Briefwahl. Bistumsweit haben sich 45 Pfarreien für das Verfahren entschieden – sechs im Kreis Coesfeld. Mit diesem Verfahren soll die Wahlbeteiligung und damit die Legitimation für das kirchliche Gremium gesteigert werden, was bei den Pfarreiratswahlen durchaus gelungen war.

Allgemeine Briefwahl bedeutet, dass jedem wahlberechtigten Mitglied der Pfarrei die Wahlunterlagen zugestellt werden. Den Wahlbrief können die Wählerinnen und Wähler später per Post senden oder persönlich in der Pfarrei, an einer der Sonderabgabestellen sowie am Wahltag im Wahlbüro abgeben.

Die Wahlbeteiligung bei den Kirchenvorstandwahlen 2015 lag je nach Gemeinde zwischen fünf und zehn Prozent.

Ökumenische Kirchennacht am 10. November 2018

Kreisdekanat Coesfeld, 04.11.18 (pbm/mek/uk). Dechant Johannes Arntz ist glücklich über die Beteiligung der Gemeinden und die unterschiedlichen Programmpunkte im Kreisdekanat Coesfeld. „Ich freue mich sehr über das Miteinander der Konfessionen und das Engagement der vielen Ehrenamtlichen vor Ort. Sie zeigen gemeinsam, wie lebendig das Leben in unseren Gemeinden ist“, sagt er. In den vier Kirchen Coesfelds wird es von 19 Uhr bis 24 Uhr zu den Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft Installationen und Inszenierungen geben. In Havixbeck steht in der St.-Dionysius-Kirche die ökumenische Kirchennacht ganz im Zeichen der Musik. In der Olfener St.-Vitus-Kirche heißt es „Taize – Gelebte Ökumene“. In Rosendahl laden die Gemeinden mit einem umfangreichen Programm in die Kirchen der einzelnen Ortsteile ein. Zum Taizé-Gebet und anschließender Begegnung sind Interessierte in Selm in die mittelalterliche Cappenberger Stiftskirche eingeladen.

Mehr als 40 Kirchen, Kapellen und Gemeindehäuser im Westmünsterland und im Tecklenburger Land öffnen am Abend des 10. November ihre Türen und Tore für die Ökumenische Kirchennacht. Organisiert wird die Veranstaltung von den Evangelischen Kirchenkreisen Steinfurt-Coesfeld-Borken und Tecklenburg sowie den drei Katholischen Kreisdekanaten Steinfurt, Coesfeld und Borken. Beteiligt sind aber nicht nur katholische und evangelische Kirchengemeinden, auch freikirchliche Gemeinden haben sich der Aktion angeschlossen.
Kirchenführungen, Taizégebete, Laternenumzüge, Konzerte, Lasershows, Filmvorführungen – in der Nacht von Samstag auf Sonntag finden vielerorts außergewöhnliche und spannende Veranstaltungen statt und bieten einen ungewohnten Zugang zu den Kirchenbauten in der Region. Die Aktion lädt Menschen dazu ein, neue Erfahrungen mit den Kirchen vor Ort zu machen und die sakralen Gebäude neu wahrzunehmen. „Menschen sollen Kirchen nicht nur als Gottesdienstraum, sondern buchstäblich einmal ‚in einem neuen Licht‘ erleben können“, formuliert der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken, Joachim Anicker, das Ziel der gemeinsamen Aktion. Zudem sei die Kirchennacht ein „schönes und wirkungsvolles ökumenisches Zeichen der Gemeinsamkeit“, wobei in diesem Jahr der Martinstag für beide Konfessionen besonders schöne Anknüpfungspunkte biete.

Alle Veranstaltungen finden sich im Internet auf dieser Seite.

Kolpingwerk Diözesanverband erneut nach „Zukunft einkaufen“ zertifiziert

Coesfeld, 29.10.18 (pbm/mek). Eine von Weihbischof Dr. Stefan Zekorn unterschriebene und überreichte Urkunde sowie ein informatives Schild für den Eingangsbereich sind die äußeren Zeichen, dass das Umweltmanagement „Zukunft einkaufen – Glaubwürdig wirtschaften im Bistum Münster“ beim Kolpingwerk Diözesanverband Münster eine wichtige Rolle spielt. Und das nicht erst seit kurzem. Bereits in der Pilotphase des Projektes gehörte der Verband mit Sitz in Coesfeld zu den Teilnehmern, wurde vor drei Jahren erstmals zertifiziert und erhielt jetzt die Rezertifizierung.
„Ich freue mich, dass ich Ihnen die Zertifizierung nach Level zwei überreichen darf“, sagte Zekorn am Freitag, 26. Oktober, während einer kleinen Feierstunde in den Räumen des Kolpingwerks. „Sie setzen sich mit Ihrem Handeln für die Bewahrung der Schöpfung ein. Zudem zeigen Sie über Ihren ökofairen Einkauf Solidarität mit dem Nächsten, und das nicht nur vor Ort, sondern weltweit“, lobte der Weihbischof das Team, das sich besonders für die Re-Zertifizierung eingesetzt hatte.
Geschäftsführer Uwe Slüter, Verbandsreferentin Sonja Wilmer-Kausch, Benedikt Vollmer, Leiter Stabsstelle Projektentwicklung, und Daniel Fissenewert, Leiter Verbandssekretariat, berichteten Zekorn von ihren Erfahrungen mit dem Umweltmanagementsystem in den vergangenen drei Jahren. „Es war nicht immer einfach, denn die Anforderungen sind sehr umfangreich. Aber dadurch wird deutlich, wie alles ineinander greift“, erläuterte Vollmer. Die Standardeinstellung der Drucker auf den Ökomodus, der ausschließliche Einkauf fair gehandelter Produkte hätten dabei zu den leichteren Aufgaben gezählt. „An die Grenzen sind wir beispielsweise bei unseren Dienstreisen gestoßen. Wir sind viel unterwegs, da wir als Diözesanverband für alle Kolpingsfamilien im Flächenbistum Münster Ansprechpartner sind. Da gibt es wenig Alternativen zum Auto“, gab Vollmer zu.
Als Verband sei es gut, auch die Mitglieder mit ins Boot zu holen. „Wir haben eine Arbeitshilfe entwickelt, in der sich die Kolpingsfamilien vor Ort über die ökofaire Beschaffung informieren können“, berichtete Wilmer-Kausch. Und auch beim großen Kolpingtag 2015 in Münster spielte das Thema eine Rolle. „Es war eine Herausforderung, Caterer zu finden, die kein Einweggeschirr benutzen und die Wurst über einen örtlichen Metzger beziehen“, nannte Fissenewert ein weiteres Beispiel. Eine gute Unterstützung und Begleitung hätten sie durch Thomas Kamp-Deister, Referent für Schöpfungsbewahrung im Bistum Münster, erhalten.
Alle diese Aktivtäten hätten weit über den Verband hinausgestrahlt. „Es ist ein lebendiger Kulturwandel. Kolping wird als ökologisch wahrgenommen, und unsere knapp 40.000 Mitglieder sind vor Ort wunderbare Multiplikatoren“, freute sich Slüter. So werde das Kolpingwerk auch in Zukunft seinen Anteil erbringen, um die Schöpfung nicht weiter auszubeuten.
Weitere Informationen über die Initiative „Zukunft einkaufen“ gibt es auf dieser Internetseite.

Prof. Khorchide spricht im Pfarrheim Anna Katharina in Coesfeld

Coesfeld, 25.11.18 (pbm/kcv). Am Dienstag, 13. November, um 19 Uhr laden der Caritasverband für den Kreis Coesfeld, das Kreisdekanat Coesfeld sowie das Kreisbildungswerk Coesfeld zu einem besonderen Vortragsabend ein. Im Pfarrheim Anna Katharina geht Prof. Dr. Mouhanad Khorchide der Frage nach: „Wie kann der Islam bei uns gelebt werden?“.

Der Referent leitet das Zentrum für Islamische Theologie an der Universität Münster und beschäftigt sich in seinem Vortrag mit dem Spannungsfeld, in dem Muslime in Deutschland stehen: Wie können Sie ihren Glauben in der westlichen Welt leben ohne ihre Traditionen zu verleugnen? Und wie lässt sich ein friedliches und bereicherndes Miteinander der Religionen gestalten? „Aussagen, dass der Islam durchweg friedlich oder durchweg gewaltbereit sei, gehen an der Realität vorbei“, findet Khorchide. Der muslimische Theologe sieht eine Aufgabe darin, sich für die friedensbejahende Lesart des Islam stark zu machen.

Die Veranstalter haben den international bekannten Theologen eingeladen, seine Sicht auf diesen Glauben in der Welt und in Deutschland darzulegen. Denn die Verunsicherung muslimisch geprägter Menschen zeige sich sowohl in der professionellen Beratung von Flüchtlingen und Asylsuchenden als auch in den Kontakten der Flüchtlingsinitiativen in Kirchengemeinden und Kommunen.

Khorchide, der zuständig ist für die Ausbildung von Imamen und islamischen Religionslehrern, wird auch auf folgende Fragen eingehen: Welche Strömungen des Islam gibt es in Deutschland und inwieweit hat sich oder muss sich das Bewusstsein des Islam ändern? Wie könnte eine europäische Form des Islam idealerweise aussehen und welchen Stellenwert haben die muslimischen Verbände in Deutschland? Was wäre notwendig für ein friedliches und bereicherndes Miteinander?

Der Eintritt ist frei. Zur Deckung der Kosten wird um eine Spende gebeten.

Ehe-, Familien- und Lebensberatung in Coesfeld und Dülmen

Coesfeld/Dülmen (pbm/mek). Die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle (EFL) in Coesfeld bietet erstmalig drei Abende für Paare an. Sie stehen unter dem Thema „Gemeinsam durch die Krise … was uns als Paar stark macht“. „Dabei haben wir vor allem Paare im Blick, die zusammen an ihrer Partnerschaft arbeiten möchten“, konkretisiert Annette Kossorz von der EFL Recklinghausen die Zielgruppe. Die Abende, die aufeinander aufbauen und an denen bis zu sechs Paare teilnehmen können, leitet sie gemeinsam mit Lars Hofmann von der EFL Coesfeld.
Jeweils dienstags von 18.30 Uhr bis 21 Uhr findet das Angebot statt. „Es wird Zeiten in der Gruppe ebenso geben wie Einzel- und Paarangebote“, erläutert Kossorz. „Wenn sich herausstellt, dass die Probleme massiver sind, gibt es später die Option, unsere Paarberatung in Anspruch zu nehmen“, fügt Hofmann hinzu. Das neue Angebot sei eine Möglichkeit, die Paare aufzufangen, und ihnen zu ermöglichen, Verbindendes zu finden. Denn Partnerschaft gelinge auf Dauer nur, wenn sie gepflegt werde. „Dazu möchten wir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit unterschiedlichen Methoden anleiten. Wir informieren und geben Impulse, mit denen die Paare weiterarbeiten können“, erläutert Kossorz.
Die Abende finden am 6., 13., und 20. November von 18.30 Uhr bis 21 Uhr statt. Eine verbindliche Anmeldung für alle drei Abende ist notwendig. Sie ist bis zum 31. Oktober unter Tel. 02541/2363 oder per Mail an efl-coesfeld@bistum-muenster.de möglich. Das erste und dritte Treffen findet in der Beratungsstelle Coesfeld (Gartenstraße 12) statt. Am 13. November treffen sich die Teilnehmer in den Räumen der EFL Dülmen (Overbergplatz 4).

Abendliche Wallfahrt für Männer führte zum Kloser Gerleve

Coesfeld/Gerleve, 21.10.18 (pbm/jk). Manchmal sind Helden nicht die mit den Superkräften, sondern die, die im Alltag ihre inneren Kräfte abrufen und nutzen. Dieser Gedanke hat am 13. Oktober die abendliche Sternwallfahrt „Helden der Nacht“ geprägt. Mehr als 80 Männer pilgerten dabei in Kleingruppen von Darup, Nottuln, Coesfeld, Lette, Billerbeck und Rorup aus auf unterschiedlichen Routen zum Kloster Gerleve.
Die einzelnen Gruppen unterbrachen ihren Weg jeweils mehrfach für kleine Pausen mit Bibellesungen. Dabei wurden die Männer auch selbst aktiv, um beispielsweise durch Ringen zu erfahren, wie es dem biblischen Jakob erging, als er am Jabbok rang.
Nach drei- bis fünfstündiger Wallfahrt im Kloster Gerleve angekommen, feierten die Männer einen Gottesdienst in der Abteikirche. Diesen leitete Domvikar Michael Höffner. In der Einführung lud Höffner die Männer zu Überlegungen ein, was einen Helden ausmacht. Diese Überlegung griff er in der predigt auf.
Höffner betonte, dass man nicht wie der bekannteste Held „Superman“ übernatürliche Kräfte aufweisen müsse. Vielmehr schlummere in jedem ein Held, der Möglichkeiten sucht, das Alltagsleben mitzugestalten. Beispielhaft ging er auf die aktuellen tagespolitischen Diskussionen ein und auf die oft geäußerten Forderungen, dass Demokraten sich jetzt zeigen müssen, um die Demokratie zu verteidigen. Die Kraft, den inneren Helden zu wecken, sei Christen durch die Taufe gegeben.
Musikalisch begleiteten die Schola Ludgeriana und Saxophonist Ansgar Elsner die Heilige Messe. Dabei führten die Musiker erstmals die von Roland Kurz komponierte Männerhymne auf.
Für die Veranstalter – das Exerzitienhaus Ludgerirast im Kloster Gerleve und das Referat Männerseelsorge des Bistums Münster – zog anschließend Jochen Bergel vom Referat eine posiive Bilanz der Wallfahrt. „Frauen- und Männerarbeit stehen nach meiner Auffassung nicht in Konkurrenz, sondern sind die zwei Seiten einer Medaille“, sagte er, „gerade, wenn Männer wissen und spüren, wie wertvoll sie sind, fällt es ihnen viel leichter, sich als gleichberechtigte Partner in eine Beziehung einzubringen, die dann gute Voraussetzungen hat, glücklich zu werden.. So lasse sich das Ziel der Männerseelsorge im Bistum beschreiben: „Das allerwichtigste im Leben ist Beziehung, und das schließt auch die Beziehung zu dem ein, den wir nicht riechen, schmecken oder anfassen können, den wir Gott nennen.”
Die abendliche Sternwallfahrt bildete den Auftakt für weitere Männerangebote in Gerleve. Am Freitag, 9. November, und am Freitag, 7. Dezember, gibt es von 19 bis 21 Uhr Abende am Herdfeuer des Klosterbauernhofes. Die offenen Treffen stehen unter dem Titel „Feuertaufe –Okay, du hast meine Aufmerksamkeit!“. Zudem wird es ab dem 5. November immer montags von 15 bis 20 Uhr regelmäßig eine männerzentrierte Beratung geben. Für die beiden Angebote ist eine Anmeldung im Haus Ludgerirast unter Tel. 02541/800-131 erforderlich.

David Fichera Laudano und weiter 15 Frauen und Männer für den pastoralen Dienst beauftragt

Münster/Coesfeld, 01.10.18(pbm). „Nehmen Sie jeden so an, wie er ist“, schrieb Bischof Dr Felix Genn den 16 Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten, darunter der Coesfelder David Fichera Laudano ins Stammbuch. Sie erhielten am Sonntag, 30. September, während eines feierlichen Gottesdienstes im Münsteraner St.-Paulus-Dom ihre Beauftragung zum pastoralen Dienst. Mit dem Pontifikalamt unter dem Motto „Angesicht“ endete ihre mehrjährige Ausbildung am Institut für Diakonat und Pastorale Dienste (IDP). Die neuen Pastoralreferentinnen und -referenten werden im gesamten Bistum in unterschiedlichen Bereichen der Seelsorge tätig sein.

„Heute feiern wir den Weihetag unseres Domes“, sagte Genn gleich zu Beginn des Gottesdienstes. „Und was es heißt, zur Versammlung der Kirche Gottes zu gehören. Das erfahren wir gerade ganz bedrückend in diesen Tagen“, bezog sich das Münsteraner Kirchenoberhaupt konkret auf die Missbrauchsstudie der Katholischen Kirche, die am 25. September veröffentlicht wurde.

„Es fällt mir immer schwerer, Scham und Entrüstung zu zeigen, Entschuldigung zu sagen. Die Worte klingen hohl und leer, obwohl ich sie wirklich von Herzen so meine“, gab Genn Einblick in sein Gefühlsleben. „Ich gestehe offen, dass mich die Situation überfordert. Wieso stellt der Herr mich in diese Stunde? Wie kann ich zur Tagesordnung übergehen, wo doch jeder weiß, wie lange solche Wunden zur Heilung brauchen, wenn es überhaupt gelingt“, ließ er die Menschen im vollbesetzten Dom an seiner Ratlosigkeit teilhaben.

Menschen würden ihm schreiben, ihn fragen, wie man bei „so einem Laden“ noch mitmachen könne? Und er wandte sich direkt an die neuen Pastoralreferentinnen und -referenten: „Sie sagen heute, Sie machen mit. Sie machen mit bei dieser Solidargemeinschaft, für die Sie auch in Haft genommen werden“, freute Genn sich. „Wenn Sie in Mithaftung genommen werden, erinnern Sie sich daran, warum Sie mitmachen, was Ihnen wichtig ist“, gab er ihnen mit auf den Weg.

Im Evangelium rufe Jesus die Sünder zu sich. „Und jeder von uns ist ja wohl ein Sünder.“ Jesus weise sie nicht ab. Im Gegenteil: „Er richtet sie, richtet uns wieder auf.“ In dieser Erfahrung liege die Dankbarkeit begründet und daraus erwachse die Sendung, das Erfahrene weiter zu geben. „Und das genau ist unsere Sendung: jeden so anzunehmen, wie er ist“, erläuterte Genn. „Sie haben den Gottesdienst unter das Schlagwort ‚Angesicht‘ aus dem Evangelium gestellt. Darüber freue ich mich sehr. Das zeigt, dass Sie jeden Menschen sehen wollen. Dienen heißt, den anderen anzusehen, sein Inneres zu erkennen und wahrzunehmen.“

Er forderte die Pastoralreferenten auf, immer an der Stelle zu sein, wo der Mensch eine Antworthilfe erwarte. „Sie sollen dabei keine vorschnellen Antworten parat haben, sondern ihm demütig, hörend und ansehend helfen und mit ihm gemeinsam nach einer Antwort suchen. Dafür bin ich Ihnen außerordentlich dankbar. Denn das ist das Zentrale jeder christlichen Berufung.“

Männerseelsorge bietet Stern-Nacht-Wallfahrt/Anmeldung erforderlich

Gerleve, 26.09.18 (pbm/mek). Am Samstag, 13. Oktober, lädt das Referat Männerseelsorge im Bistum Münster zu einem besonderen Angebot ein. Referent Joachim Bergel hat in Kooperation mit Andreas Geilmann, Leiter des Exerzitienhauses Ludgerirast der Abtei Gerleve, eine Stern-Nacht-Wallfahrt organisiert. Sie steht unter dem Titel „Helden der Nacht“. „Wir planen den Start von unterschiedlichen Ausgangspunkten wie Darup, Coesfeld, Billerbeck, Lette, Rorup oder Nottuln. Je nach Strecke, die zwischen sechs und zwölf Kilometer lang ist, starten die Wallfahrer zwischen 17 und 19 Uhr“, informiert Bergel. Jede Gruppe werde von einem Impulsgeber begleitet. „In der Gemeinschaft von anderen Männern gehen wir durch die Nacht, die vom Licht unserer Fackeln erhellt wird“, stellt der Referent in Aussicht.
Am Ziel, dem Kloster Gerleve, feiern die Teilnehmer um 21 Uhr in der Abteikirche einen Männergottesdienst. Eigens für die Stern-Nacht-Wallfahrt hat Roland Kunz, Komponist des Pax-Oratoriums, das auf dem Katholikentag mit großem Erfolg aufgeführt wurde, eine Männerhymne komponiert. Sie wird mit Unterstützung von Domkapellmeister Alexander Lauer und Sängern der Capella Ludgeriana im Gottesdienst uraufgeführt.
Im Anschluss sind alle Teilnehmer bei Bratwurst, Brötchen und Getränken auf dem Klosterbauernhof unterhalb der Abtei zu einem ungezwungenen Abschluss des Abends eingeladen.
Anmelden können sich Einzelpersonen ebenso wie Gruppen. Die Organisation der An- und Abreise erfolgt in Eigenregie. Eine Anmeldung im Bischöflichen Generalvikariat ist erforderlich unter Tel. 0251/495-466 oder per Mail an hoeffker@bistum-muenster.de.
Die Stern-Nacht-Wallfahrt bildet den Auftakt für weitere Männerangebote in Gerleve. Am 9. November und am 7. Dezember gibt es von 19 bis 21 Uhr Abende am Herdfeuer des Klosterbauernhofes. Die offenen Treffen stehen unter dem Titel „Feuertaufe – Okay, du hast meine Aufmerksamkeit!“. Zudem wird es ab Montag, 5. November, von 15 bis 20 Uhr regelmäßig eine Männerzentrierte Beratung geben. Für die beiden Angebote ist eine Anmeldung im Haus Ludgerirast unter Tel. 02541/800-131 erforderlich.

Weihbischof Zekorn nahm erstmals an der Coesfelder Kreuztracht teil

Coesfeld, 16.09.18 (pbm/mek). Rund 500 Christen waren am Sonntagmorgen, 16. September, dem Coesfelder Kreuz zur Lichtung an der Kleinen Kapelle gefolgt. In diesem Jahr schmückten zahlreiche blaue Bänder das Prozessionskreuz. Jedes einzelne Bändchen stand für persönliche Anliegen von Gläubigen, die sie dem Gekreuzigten anvertraut hatten. Erstmals begleitete auch Regionalbischof Dr. Stefan Zekorn die Coesfelder Kreuztracht, die unter dem Leitthema „… bis in den Himmel“ stand. Gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aller Altersgruppen feierte Zekorn, der herzlich von Pfarrdechant Johannes Arntz begrüßt wurde, unter freiem Himmel die heilige Messe.

In seiner Predigt wies Zekorn auf die verschiedenen Dimensionen des Coesfelder Kreuzes hin. Auf den ersten Blick falle der leidende Christus auf. Gleichzeitig habe der Künstler vor mehr als 700 Jahren eine weitere tiefere Symbolik eingebracht. „Er hat ein Gabelkreuz geschaffen, das sich zum Himmel öffnet. Jesus, der am Kreuz gelitten hat, eröffnet und schenkt uns neues Leben“, erläuterte Zekorn. Das bringe auch das Motto zum Ausdruck, das das Vorbereitungsteam für die diesjährige Kreuzwoche und die Kreuztracht auswählt habe. „Es geht um den Himmel, den wir auch ein wenig auf der Erde erfahren können. Christus ist gekommen und hat alles Negative auf sich genommen, um es in Leben zu verwandeln. Und manchmal können wir es auch selbst erfahren“, sagte Zekorn weiter und fügte hinzu: „Wer auf das Coesfelder Kreuz schauen und sich mit Jesus verbinden kann, dem kann sich auch im Leid eine Kraft eröffnen.“

Das Kreuz sei eine Herausforderung, „so zu leben, wie Jesus gelebt hat und daraus die Kirche und Gesellschaft zu gestalten. Das ist die Kraft, die das Kreuz in unserem Miteinander entfalten kann“, sagte Zekorn. Dabei sei es wichtig, zunächst den Anderen in den Blick zu nehmen und nicht sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. „Das verwandelt unser Leben. Wir brauchen diese andere Perspektive in unseren kleinen Kreisen, in der Kirche und im ganzen Land“, ist sich Zekorn sicher. Er erinnerte daran, mit welcher Offenheit im Herbst 2015 die Flüchtlinge in Deutschland aufgenommen worden seien. Und wie erschreckend es sei, wie Teile der Bevölkerung nun angstvoll reagierten und zumachten, nahm Zekorn Bezug auf die aktuellen Vorkommnisse in Sachsen. „Unser Glaube ermöglicht uns, in all diesen Herausforderungen nicht blauäugig, aber dennoch mit einem offenen Herzen denen zu begegnen, die aus Kriegselend und existenzieller Not zu uns kommen. Das Kreuz fordert uns auf, uns immer wieder darauf zu besinnen, dass wir aufgerufen sind, denen, die wirklich leiden, unser Herz und auch unser Land zu öffnen“, sagte Zekorn.

Das Kreuz konfrontiere die Menschen mit der Wirklichkeit des Lebens und erinnere daran, dass Jesus gekommen sei, um die Menschen zu erlösen, ihnen das Leben zu schenken. Aber es fordere auch dazu heraus, aus seiner Botschaft zu leben und so das Miteinander und die Gesellschaft zu entfalten. „Ich finde es gut, wenn in staatlichen Gebäuden Kreuze hängen, um diese Botschaft deutlich zu machen. Aber es ist völlig inakzeptabel und gegen das Evangelium, mit dieser Wirklichkeit Wahlkampf zu machen“, betonte Zekorn. Er forderte die Prozessionsteilnehmer auf, sich immer wieder darauf einzulassen, dass Jesus gekommen sei, um den Menschen in Unheil und Leiden, Kraft zu schenken und ihnen einen Weg zu eröffnen. „Das wird manchmal jetzt schon erfahrbar, erst recht aber im Himmel. Wenn wir mit dem Coesfelder Kreuz im Alltag aus dieser Verheißung leben, dann trägt uns der Lebensbaum des Kreuzes hier auf der Erde bis in den Himmel“, griff er zum Schluss seiner Predigt das Motto noch einmal auf.

Im Anschluss an den Gottesdienst, der musikalisch von der Stadtkapelle Coesfeld sowie von Markus Eckrodt begleitet wurde, folgten die Gläubigen auf dem Kreuzweg dem Coesfelder Kreuz zur Großen Kapelle und anschließend zur St.-Lamberti-Kirche. Dort erhielten sie den Abschlusssegen.

Kindergartenkinder erkunden St.-Lamberti-Kirche auf eine besondere Art

Coesfeld, 13.09.18 (pbm/mek). Unterschiedliche Stationen sind in der Coesfelder St.-Lamberti-Kirche aufgebaut. Es gibt eine Malecke, ein Erzählzelt, einen Barfußgang, eine Schaukel, eine Wolkenmaschine, und unter dem Coesfelder Kreuz laden Decken und Kissen zum Verweilen ein. „… bis in den Himmel“ – so lautet das Motto der diesjährigen Kreuzwoche der Pfarrei, die am Sonntag, 17. September, traditionell mit der großen Kreuztracht endet. Zahlreiche Veranstaltungen greifen das Leitmotiv auf – musikalisch, in Gottesdiensten oder Andachten. Erstmals gab es auch für die Kindergartenkinder der Pfarrei ein besonderes Angebot.

„Wir haben uns überlegt, wie wir den Kindern das Motto näherbringen können“, berichtet Pastoralreferent Matthias Bude. „Gemeinsam mit den Erzieherinnen der vier Kindergärten haben wir uns gefragt, was Kinder mit dem ‚Himmel‘ verbinden und wie sie sich dem Kreuz und dem Gefühl des Himmels nähern können. So ist die Idee zu den unterschiedlichen Stationen entstanden“, berichtet er weiter.
An diesem Vormittag besuchen 46 Kinder des Liebfrauenkindergartens die Kirche. Beim Barfußgang laufen sie über die verschiedenen Materialien, um zum Schluss festzustellen: „Am schönsten fühlt sich die Wolke an“. Im Erzählzelt lauschen sie der Geschichte von den Hasen, die sich lieb haben, „so lieb bis in den Himmel“. Auf kleinen Wolken aus Papier malen die Kinder ihre Wünsche auf, und auf den beiden Schaukeln geht es für sie „bis in den Himmel“. Ganz still werden die Kleinen, als sie sich unter das Coesfelder Kreuz legen und die, ins Gewölbe projizierten Wolken beobachten.

Gemeinsam erkunden sie zum Schluss noch die Kirche. Sie fassen sich an den Händen und bilden eine lange Schlange, um zu sehen, wie lang das Gotteshaus ist. Um die Höhe herauszufinden, lässt Bude einen Luftballon in das Gewölbe aufsteigen. „Ganz schön hoch“, staunen die Kinder, „so hoch wie bis in den Himmel.“

„Wir wünschen uns, dass die Kinder nach dem Besuch erfahren haben, wie Himmel sein kann. Und vielleicht erinnern sie sich einmal daran, dass sie unter dem Coesfelder Kreuz gelegen haben, um die Wolken zu beobachten“, hofft Bude. Mit einem gemeinsamen Gottesdienst am Freitagmorgen, an dem rund 200 Kinder teilnehmen, schließt die Kindergartenaktion.