Seminar nimmt den Glauben der Generationen in den Blick

Coesfeld (pbm/mek). Großeltern sind die größten Fans ihrer Enkelkinder. Doch bei Themen wie Religion oder Glauben sind sie häufig verschiedener Meinung. Die Unterschiede zwischen den Generationen nimmt am Freitag, 29. März, von 9.30 Uhr bis zirka 16.30 Uhr das Seminar „Enkelkinder glauben anders“ in der Kolping-Bildungsstätte in Coesfeld in den Blick. Prof. Dr. Agnes Wuckelt, Pädagogin und Theologin an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Paderborn sowie stellvertretende Bundesvorsitzender der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), blickt am Vormittag auf theologische Fragen und gesellschaftliche Rahmenbedingungen.

„Geht man davon aus, dass die Großeltern in den 1940er, 1950er und 1960er Jahren in Deutschland aufgewachsen sind und in dieser Zeit religiös erzogen und sozialisiert wurden, sind sie in unterschiedlichen Kontexten aufgewachsen“, erläutert sie. Dabei reiche die Bandbreite von einer durch die Kriegs- und Nachkriegsjahre traumatisierten und kirchennahen Gesellschaft bis hin zum generellen Trend in den 1960er Jahren zur Individualisierung und neuen Möglichkeiten von Freizeit- und Konsumangeboten, die dem Katholischen entgegenstünden. Die Enkelkinder würden heute in einer Welt groß, in der die soziale Zugehörigkeit eher von Lebensstil-Gemeinsamkeiten und deren Wahrnehmung geprägt sei. „Die Konflikte mit den Großeltern und Eltern sind vorprogrammiert“, hält Wuckelt fest.

Der persönliche Glaube sei stets individuell, kulturell und biografisch. „Somit unterscheidet sich auch die religiöse Orientierung einzelner Menschen innerhalb einer Generation – und ebenso von Menschen unterschiedlicher Generationen, Schichten und Milieus“, betont die Expertin. Jede Glaubens-Biografie sei ein Einzelfall, doch das Verständnis von Religion könne zwischen Großeltern und Enkelkindern differieren und beispielsweise zu Missverständnissen und falschen Erwartungen führen.

Zwar sei letztlich jeder in den persönlichen Vorstellungen einzigartig, aber im generationenübergreifenden Austausch könne man voneinander lernen. „Wer wir sind, entdecken wir durch die Erzählungen, die wir anderen und uns selbst mitteilen. Wir sind auf identitätsstiftende Erzählungen angewiesen“, sagt Wuckelt. Erzählen fordere zu Anteilnahme und Identifikation auf, biete zugleich die Möglichkeit der Abgrenzung, des Widerspruchs und der Distanz. Das, was Menschen erzählen, stelle zugleich einen Teil der alltäglichen Erfahrungen und Lebenswirklichkeiten dar.

Im weiteren Verlauf wird Christian Wacker vom Referat religiöses Lernen und Messdienerarbeit der Abteilung Kinder, Jugendliche und Junge Erwachsene aus der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen berichten. Veranstalter des Seminars sind der Verbund der katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Münster in Kooperation mit dem Referat Seniorenseelsorge im Bischöflichen Generalvikariat. Der Tag richtet sich an Großeltern, aber ebenso an Multiplikatoren in der Seniorenarbeit und Mitarbeitende in kirchlichen Einrichtungen im gesamten Bistum Münster. Die Tagungsgebühr beträgt 20 Euro. Anmeldeschluss ist am 21. März.

Professor Sternberg zu Gast beim Bildungswerk Coesfeld

Coesfeld, 11.03.19 (pbm/mek). Das katholische Bildungswerk Coesfeld lädt am Mittwoch, 20. März, um 19.30 Uhr zu seiner nächsten Veranstaltung ein. Im Pfarrheim Anna Katharina ist Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), zu Gast. Er spricht über das Frage „Wie politisch darf/muss die Kirche sein?“.

Christ zu sein beschränkt sich nicht allein auf die eigene Überzeugung und die eigene Frömmigkeit. Neben Gottesdienst und Zeugenschaft ist die Diakonie eine der Grundvollzüge des Glaubens. Nicht zuletzt die Bergpredigt zeigt auf, wie sehr Christen an der Gestaltung der Gesellschaft mitwirken sollen. Christliches Leben ist nach der Lehre und dem Leben Jesu Dienst; auch Dienst für die Welt. Heißt das auch, dass die Kirche unmittelbar in die Politik eingreifen soll, gar Parteipolitik machen soll? Über Unterschiede, Grenzen und Auftrag christlicher Weltgestaltung wird Sternberg anhand von einzelnen Themenfeldern referieren und diskutieren. „Gerade in diesen für die Kirche so stürmischen Zeiten ist es wichtig, sich als Kirche in der Gesellschaft und gegenüber der Gesellschaft zu positionieren“, betont Johannes Heling, Leiter des Kreisbildungswerks Coesfeld.

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird am Ende des Vortrags und der Diskussion gebeten. Weitere Informationen gibt es unter Tel. 02541-952673 oder auf der Internetseite www.kbw-coesfeld.de.

Vorstand und Hauptausschuss trafen sich zur Klausurtagung

Kreisdekanat Coesfeld, 11.03.19 (pbm/mek). „Ich träume von einer Kirche“ – mit einem geistlichen Impuls von Dorothee Hammschmitt eröffnete Guido Sondermann, Sprecher des Kreiskomitees der Katholiken im Kreisdekanat Coesfeld, den Klausurtag. Dazu waren der Hauptausschuss und der Vorstand des Kreiskomitees in der Benediktinerabtei Gerleve zusammengekommen.
Themenschwerpunkt des Treffens war die neue Markenkampagne des Bistums „Für dein Leben gern.“ mit ihren Videos, Plakaten und Inhalten. Ziel war es, daraus einen Themenfahrplan für die kommende Wahlperiode zu entwickeln.
Auf großes Interesse stieß bei den Teilnehmern das Plakat „Leider nicht bei jeder Panne für sie da – Unsere 1.000 Seelsorgerinnen und Seelsorger“. Mit diesem Thema wird sich das Gremium schwerpunktmäßig in der nächsten Sitzung beschäftigen. Dabei wird es darum gehen, die heutige Rolle der Seelsorger in den Pfarreien zu beleuchten. Welche Aufgaben und Zuständigkeiten sind bei den leitenden Pfarrern angesiedelt und welche könnten beispielsweise auch von Laien und Ehrenamtlichen ausgeführt werden? Um diese Themen zu erörtern, hat das Gremium Karl Render, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge Personal im Bischöflichen Generalvikariat, für das nächste Treffen eingeladen.
Des Weiteren wurde die Positionierung des Kreiskomitees zu aktuellen Themen der Kirche diskutiert. Hier waren unter anderem der Missbrauchsskandal, die daraus resultierenden Kirchenaustritte und die „MHG“-Studie, die die Deutsche Bischofskonferenz in Auftrag gegeben hatte mit dem Ziel, mehr Klarheit und Transparenz zum Thema sexueller Missbrauch an Minderjährigen zu erlangen, Themen. Auch wenn in vielen Pfarreien „Institutionelle Schutzkonzepte“ erarbeitet wurden und werden, fühlen sich trotzdem viele Haupt- und Ehrenamtliche sprachlos. Das Kreiskomitee der Katholiken ermutigt die Verantwortlichen in Pfarreiräten und Kirchenvorständen dazu , über das Thema vor Ort zu sprechen.

Kein Moscheebau an der Hansestraße

Coesfeld, 11.03.19 (PM). Der Türkisch-Islamische Kulturverein teilt mit, dass die Pläne zum Bau eines neuen Gebetshauses an der Hansestraße aufgegeben werden. „Aus dem Neubau wird leider nichts“, bedauert Sener Bozdere, Vorsitzender des Vereins: „Das Objekt war zu groß geplant und damit zu teuer. Uns fehlt dazu einfach das Geld. Wir hatten bei unseren Mitgliedern Spenden gesammelt, aber das reichte letztlich nicht“, bedauert er die Finanzierungslücke. Es sei jetzt zu klären, wo der Kulturverein ein neues Domizil finden kann.
Der Gebetsraum am Katthagen steht nur noch bis Mitte des Jahres zur Verfügung. Bürgermeister Heinz Öhmann: „Wir warten dringend darauf, dass der jetzige Gebetsraum aufgegeben wird. Denn es ist geplant, auf dem Grundstück Wohnungsbau zu ermöglichen. Außerdem ist die Promenade am Wiemannweg fertigzustellen. Wir konnten bisher auf die Planungen des Kulturvereins Rücksicht nehmen“.
Beide, Bozdere und Öhmann hoffen deshalb, dass sich schnell ein neuer Raum, eine Halle mit angeschlossener Wohnung oder ein Haus findet, in dem der Türkisch-Islamische Kulturverein eine dauerhafte Bleibe findet. Bozdere: „Wir können uns ein Gebäude vorstellen, das wir entsprechend umbauen könnten. Sowohl Miete als auch Kauf kommen in Betracht.“ Wer entsprechende Räumlichkeiten kennt, kann sich gerne beim Verein oder bei der Stadt melden.
Bürgermeister Heinz Öhmann ergänzt: „Das Grundstück an der Hansestraße ist nach wie vor städtisch. Wir werden jetzt ein Konzept entwickeln, was damit geschehen soll, nachdem der Kulturverein nun kein Interesse mehr hat“. Denn das Gelände ist, so Öhmann weiter, durchaus attraktiv: In unmittelbarer Nähe zum Bahnhof, gut erschlossen und auch städtebaulich interessant.

Stephanie Krahnenfeld wird Persönliche Referentin des Generalvikars

Münster/Coesfeld, 06.02.19 (pbm/sk). Stephanie Krahnenfeld wird neue Persönliche Referentin von Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp im Bischöflichen Generalvikariat in Münster. Die 37-jährige, die derzeit als Geschäftsführerin des Kreisdekanatsbüros Coesfeld und als Verwaltungsleiterin des Bildungsforums Coesfeld arbeitet, wird ihre neue Stelle am 1. Mai antreten. Sie wird Nachfolgerin von Winfried Jungkamp, der in den Ruhestand tritt.
Als Persönliche Referentin des Leiters der Verwaltung des Bistums Münster wird es ihre Aufgabe sein, Generalvikar Klaus Winterkamp bei der Wahrnehmung seiner Amtsgeschäfte zu unterstützen. Stephanie Krahnenfeld kehrt mit der Übernahme der neuen Aufgabe an ihre alte Wirkungsstätte zurück. Sie hat im Bischöflichen Generalvikariat Münster eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten absolviert und sich für den gehobenen Verwaltungsdienst qualifiziert. Unter anderem arbeitete sie einige Jahre im Generalvikariat in der Gruppe Bistumshaushalt und Kirchensteuerverwaltung. 2015 wechselte sie als Geschäftsführerin ins Kreisdekanat nach Coesfeld.

Sternsinger sammelten im Kreisdekanat abermals Rekordergebnis

Kreisdekanat Coesfeld (pbm/mek). Darauf können die knapp 2800 Sternsingerinnen und Sternsinger im Kreisdekanat Coesfeld mächtig stolz sein. In diesem Jahr haben sie wieder das Vorjahresergebnis getoppt. 384.769,07 Euro landeten in ihren Spendendosen. 2018 waren es 366.574,84 Euro. So schafften die kleinen Königinnen und  Könige eine abermalige Steigerung von fünf Prozent. Dank ihres Engagements kamen im Dekanat Coesfeld 95.970,43 Euro, im Dekanat Dülmen 91.649,19 Euro, im Dekanat Lüdinghausen 118.619,39 Euro und im Dekanat Werne 78.530,06 Euro zusammen.

Rund um den 6. Januar haben sich die Mädchen und Jungen auf den Weg gemacht, um den Menschen den Segen für das neue Jahr zu bringen. Zudem sammelten sie in den 20 Pfarreien des Kreisdekanats Coesfeld von Rosendahl bis Lünen, von Dülmen bis Ascheberg für notleidende Kinder. In diesem Jahr steht die Aktion des Kindermissionswerk unter dem Motto „Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit“ und nimmt vor allem Kinder und Jugendliche mit Behinderungen in dem südamerikanischen Land in den Blick.

Begleitet wurden die kleinen Könige von zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die Fahr- und Verpflegungsdienste übernommen hatten. „Ich bin jedes Jahr erneut sehr angerührt, wenn ich erlebe, wie begeistert die Jungen und Mädchen als Sternsinger unterwegs sind und dem Wetter trotzen. Sie wollen anderen Kindern zu helfen, denen es nicht so gut geht wie ihnen. Die weltweit größte Aktion von Kindern für Kinder! Ich freue mich über dieses tolle Ergebnis im Kreisdekanat Coesfeld und danke allen Kindern, Helferinnen und Helfern“, freut sich Kreisdechant Johannes Arntz über das Engagement.

Bischof Genn lädt zum Tag der Pfarreiräte ein

Kreis Coesfeld, 23.01.19 (pbm/gun). Das Angebot ist so vielfältig wie die Aufgaben derjenigen, für die es bestimmt ist: Münsters Bischof Dr. Felix Genn lädt am Samstag, 9. März, zu einem „Tag der Pfarreiräte“ in die Domstadt ein. Von 9 bis 17 Uhr können sich die ehrenamtlichen Mitglieder der Pfarreiräte im Bistum informieren, austauschen – sowie Ideen und Hilfen für ihr Gemeindeleben vor Ort mit nach Hause nehmen. Die Veranstaltung findet in der Halle Münsterland statt.

An diesem Tag wird es um die Entwicklung und Perspektiven der Pfarreien im Bistum Münster gehen, aber auch um aktuelle Herausforderungen. Die Ehrenamtlichen können an Workshops teilnehmen, die sich mit unterschiedlichen Themen beschäftigen: Zukunft des freiwilligen Engagements, Schöpfungsbewahrung und ökofaire Gemeinde, Umgang mit Konflikten und Spannungen, Experimente wagen, Nachrangigkeiten entwickeln sowie Pastoralplan umsetzen und weiterdenken. Den Inhalt vier weiterer Workshops legen die Teilnehmer zu Beginn des Tages selbst fest. Dabei kann auch über das Thema sexueller Missbrauch in der Kirche und die Konsequenzen daraus gesprochen und diskutiert werden.

Den ganzen Tag über ist zudem ein „Servicepoint“ als Anlaufstelle für Fragen und Anregungen der Pfarreiratsmitglieder besetzt. Ansprechpartner aus den Fachabteilungen des Bischöflichen Generalvikariates werden Auskünfte geben.
Eingerahmt wird der „Tag der Pfarreiräte“ in ein musikalisches Begleitprogramm mit spirituellen Impulsen.

Anmeldungen sind bis zum 17. Februar ausschließlich online möglich.

Schwester Josefa Maria Bergmann war bei der Generalkonferenz in Afrika

Coesfeld, 22.12.18 (pbm/mek). Das regnerische Wetter in Coesfeld hatte Schwester Josefa Maria Bergmann für fast vier Wochen hinter sich gelassen. Gemeinsam mit weiteren Provinzoberen und der Generaloberin Schwester Maria Kristin Battles der Schwestern Unserer Lieben Frau hat sie sich zur Generalkonferenz in Tansania getroffen. „Die Leitungsebene des Ordens kommt zwei Jahre nach dem letzten Generalkapitel, das in Coesfeld stattgefunden hat, und zwei Jahre vor dem nächsten Generalkapitel, das auch wieder in Coesfeld stattfinden wird, immer an einem anderen Ort zusammen. Letztes Mal haben wir uns in Indonesien getroffen, dieses Mal in Afrika, und in vier Jahren werden wir uns in Indien treffen“, berichtet die deutsche Provinzoberin. Auf der Tagesordnung der 23 Teilnehmerinnen stehen dann Berichte und Beschlüsse sowie Themen wie beispielsweise die Ausbildung, die Gerechtigkeit oder die Weiterentwicklung des Ordens. „Aber wir haben auch über das interkulturelle Zusammenleben von Schwestern gesprochen, wie wir es im Haus Emmaus in Coesfeld bereits praktizieren“, informiert Schwester Josefa Maria, die im Kloster Annenthal wohnt und im angeschlossenen Provinzialat arbeitet.

Aber die Ordensfrau hat auch die Zeit genutzt, sich verschiedene Projekte in Afrika anzuschauen. „Und ich habe Schülerinnen und Schüler der Liebfrauenschule aus Coesfeld auf dem Markt in Arusha getroffen. Sie waren auf dem Weg in ein 150 Kilometer entfernt liegendes Dorf der Massai, um am Bau einer Schule mitarbeiten“, berichtet sie lachend. Das Kooperationsprojekt zwischen den Schwestern, dem Verein „Dialog hilft Kindern in der einen Welt“ und dem bischöflichen Berufskolleg Liebfrauenschule wird im nächsten abgeschlossen. „Zwei neue Gebäude sind entstanden, die nach unseren Gründerinnen benannt sind. Man merkt vor Ort, dass die Coesfelder Ordensgeschichte dort weitergeschrieben wird“, berichtet sie. In den vergangenen Jahren sind ein Kindergarten, eine Schule mit inzwischen sieben Klassenräumen sowie zwei Internatsgebäude entstanden. „Eine größere Armut kann man sich kaum vorstellen. Das Projekt gibt den Menschen Würde. Es ist sehr beeindruckend“, lobt sie das Engagement vieler.

Wie wichtig die Arbeit der Schwestern in den unterschiedlichen Projekten sei, habe sie auf der Konferenz immer wieder erfahren. Aber auch die Unterstützung der Mädchen, die ihren Weg selbst im Orden sehen, sei zur Sprache gekommen. „Denn dieser Weg ist gegen die afrikanische Kultur. Die Familien erhalten von den jungen Frauen nichts zurück. Das ist anders, wenn sie verheiratet werden“, stellt Schwester Josefa Maria den Konflikt dar.

Während eines Besuches in Uganda erfuhr die Ordensfrau, wie sich die Kirche in der Bildung der Kinder engagiere. „Das ist mit deutschen Maßstäben nicht zu vergleichen. Aber dank der Spenden aus dem Ausland sind unsere Schulen in Afrika im Vergleich zu den staatlichen Schulen sehr gut ausgestattet“, sagt sie. Die Zeit in Afrika habe sie als sehr bereichernd empfunden. „Seit 25 Jahren ist der Orden dort aktiv, und es ist toll zu sehen, was die Schwestern aufgebaut haben“, lobt sie.

Mit vielen Eindrücken ist Schwester Josefa Maria ins Kloster Annenthal zurückgekehrt. Im Gepäck hatte sie Gebetsanliegen. „Über ihr Gebet tragen unsere Schwestern die Arbeit ihrer Mitschwestern in der Welt mit und stärken auf diesem Weg die internationale Gemeinschaft“, erklärt die Provinzoberin.

Die Josefsstatue fordert Betrachter heraus

Gerleve, 20.12.18 (pbm/mek). Zu jeder Krippe gehört der heilige Josef. Eine etwas andere Darstellung des Heiligen findet sich in der Abteikirche der Benediktiner in Gerleve. Und nicht nur zu Weihnachten, sondern das ganze Jahr über. Denn der heilige Josef ist der Patron des Klosters.

Lebensgroß ist die Josefsstatue, die der Künstler Bruno Walpoth für die Benediktiner geschaffen hat. Sie fordert die Betrachter heraus, denn diese Figur hat sehr wenig gemeinsam mit den üblichen Darstellungen. „Normalerweise wird er als alter Mann gezeigt. Dieser Josef aber wirkt jung und empfindlich. Er trägt einen Rock und hat keine Schuhe an“, sagt Pater Marcel Albert. Auf den ersten Blick wirke er gewöhnlich, aber auch wiederum als Außenseiter. „Es ist kein Heiligenbild, vor dem man niederkniet. Man steht auf Augenhöhe mit ihm und nimmt selbst Haltung an“, führt er weiter aus.

Den Kontakt zu dem Tiroler Schnitzer vermittelte Jutta Meyer zu Riemsloh, Geschäftsführerin des Kunstvereins Münsterland. Sie hatte 2013 eine Ausstellung mit den Figuren Walpoths in den Räumen des Kunstvereins in Coesfeld organisiert. So wurden die Mönche aus Gerleve auf den Künstler aufmerksam. „Er schafft den Menschen in seiner Gesamtheit und arbeitet dabei immer mit lebendigen Modellen“, stellt Meyer zu Riemsloh eine Besonderheit des Künstlers heraus. Zudem arbeite er seine Figuren aus einem kompletten Stamm. „Die Gesichter und Hände sind besonders filigran geschnitzt und geweißt. Das verleiht den Statuen noch mehr Ausdruck“, berichtet die Kunstexpertin. Acht Figuren fertige er im Jahr und nehme normalerweise keine Aufträge an. Umso größer war die Freude in Gerleve, dass Walpoth bereit war, für die Klosterkirche eine Josefsfigur zu schaffen.

Intensiv hat sich auch Jörg Schellschmidt mit der Statue befasst. Er ist häufiger bei den Benediktinern zu Gast und hat sich mit seiner Kamera dem Josef genähert. „Diese Statue lebt. Sie stellt sich immer wieder neu dar. Je nach Lichteinfall ändert sich ihr Ausdruck – mal freundlich, mal nachdenklich oder sogar abweisend“, hat Schellschmidt beobachtet. Einkehr und Innerlichkeit seien Stimmungen, die sie widerspiegele. Und manchmal habe er den Eindruck gehabt, „dass sich der Josef gleich umdreht und mich anspricht“.

Seit dem 10. August 2016 hat die Statue ihren Platz im nördlichen Seitenschiff der Abteikirche. Die Reaktionen der Menschen, die das Gotteshaus besuchen, aber auch der Mitbrüder seien sehr kontrovers. „Das ist gut. Es ist zeitgenössische Kunst, und Walpoths Kunstwerk ist überraschend neuartig“, sagt Pater Marcel.

Gemeinsam haben Meyer zu Riemsloh, Pater Marcel und Schellschmidt nun ein kleines Buch herausgebracht, das sich auf 45 Seiten der Josefsdarstellung nähert. Unter dem Titel „Immer jung“ finden sich textliche und fotografische Annäherungen sowie ein Interview mit dem Künstler Bruno Walpoth. „Über das Heft möchten wir den Menschen diese Josefsstatue näher bringen und ihre Herzen erreichen“, hofft Pater Marcel. Das Buch ist ausschließlich in der Klosterbuchhandlung erhältlich und kostet 6,90 Euro. Einen Einblick gibt es auch auf der Internetseite.

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Neues Angebot für Männer in Gerleve gestartet, weitere Termine in 2019

Gerleve, 20.12.18 (pbm/mek). Erfolgreich startete das Haus Ludgerirast, die Erwachsenenbildungseinrichtung des Kloster Gerleve, mit einem neuen Angebot. „Feuertaufe – Gespräche unter Männern am Herdfeuer“ nennt sich die Reihe.

Es regnete in Strömen, der Wind pfiff um die Mauern des Gründungsbauernhofes des Klosters Gerleve, als sich eine illustre Schar von Männern im Alter zwischen 50 und 72 zum Feuer drängte, um etwas Wärme zu erhaschen. „Man weiß nie, wer kommt“, sagt Joachim Bergel von der Männerseelsorge des Bischöflichen Generalvikariats. Die Treffen seien für jedermann offen, und es gebe kein vorgegebenes Thema. „Worüber man redet ist fast egal, entscheidend ist, mit wem man ins Gespräch kommt“, berichtet der Initiator des Angebots weiter.

Deshalb gibt es eine besondere Regel. In der Reihenfolge, in der die Teilnehmer ankommen, setzen sie sich an den Tisch. Damit sind die Gesprächspartner für die kommenden zwei Stunden festgelegt: nämlich der linke und rechte Tischnachbar. Dazu gibt es Finderfood und Kaltgetränk, und schnell schwirrt die Luft von unterschiedlichen Themen.

Bergel gibt zu Beginn des Abends mit dem Lied „Es ist nicht immer leicht, Ich zu sein“ einen kurzen Impuls über den man ins Gespräch kommen kann, aber nicht muss. „Hier lernen Männer sich kennen, als Mensch, so wie sie sind. Mit ihren Ideen, Bedürfnissen, Sehnsüchten und Wünschen“, erläutert er. „Es erstaunlich, wer mit wem ins Gespräch kommt und wieviel gegenseitiger Respekt allmählich erwächst“, führt er weiter aus. Und in der Wärme des Feuers gelinge so manches Gespräch.

Der gelungene Auftakt setzt sich ab Januar 2019 monatlich an folgenden Terminen fort: jeweils freitags von 19:30 bis 21.00 am 18. Januar, 15. Februar, 15. März, 12. April sowie am 17. Mai. Wer dabei sein möchte, sollte sich anmelden unter Tel. 02541/800131.