Klimaschutzkonzept der Stadt Coesfeld

20. März 2018, 18.00 – 20.00 Uhr, Großer Sitzungssaal, Rathaus, Markt 8, Coesfeld

Coesfeld, 18.03.18 (PM). Mit einem Anteil von 23 % trägt der Sektor Verkehr erheblich zum Treibhausgasausstoß in der Stadt Coesfeld bei. Um diese Emissionen zu senken und vor allem den motorisierten Individualverkehr einzuschränken, sollen im Workshop u.a. die Potenziale des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), Schienenpersonalverkehrs (SPNV), Fuß- und Radverkehrs, Auto- und Fahrradverleihs (Car- und Bike-Sharings) sowie der Elektromobilität bzw. alternativen Mobilität erörtert werden.

Informationen zu den einzelnen Workshops und zum Klimaschutzkonzept gibt es auch auf der Website der Stadt.

Online gucken – lokal kaufen

Coesfeld, 14.03.18 (hlm). Unter Experten ist es eine Binsenweisheit. Kunden recherchieren im Internet nach Produkten, lesen Bewertungen und entscheiden sich für eine Marke. Kaufen tun sie vor Ort. Unter einer Voraussetzung: Das Objekt der Begierde ist verfügbar. Der webaffine Mensch sucht. Wie Nina Völker auf der Sitzung des Arbeitskreis Handel & Gastronomie vom 13.02.18 treffsicher formuliert: “Google sind die Gelben Seiten von heute.”

Die Coesfelder Marketingexpertin hat einen Selbstversuch gemacht. Auf Anhieb hat sie ihr Testprodukt in der Ergebnisliste der Suchmaschine nicht gefunden. Erst über Umwege zeigte sich die Webseite eines Coesfelder Einzelhändlers. Aber dort waren die Informationen arg dürftig. Es fehlen wegweisende Informationen der Erreichbarkeit. Produktinformationen und, was heute wichtiger denn je ist, Transparenz der Serviceleistungen. Ein handfestes Beispiel hängt die 35-Jährige gleich an. Die Lieferzeiten eines Paketdienstes sind mit ihrem Berufsleben nicht deckungsgleich zu bekommen und sie wollte dringend ein spezielles Buch innerhalb weniger Tage haben. Bei einem Coesfelder Buchhändler ging es. Sogar mit individueller Auslieferung nach Hause. “Diese Serviceleistung ist aber auf der auf der Internetseite nicht sichtbar”, entsetzt sich Völker. Dabei ist es einer der klassischen Lehrsätze des Marketings: “Tue Gutes und rede darüber.” Auf dem Weg ins digitalisierte Zeitalter fehlt es den meisten Coesfelder Händlern und Dienstleistern an den Grundlagen. Den Fisch angelt man nicht mit dem blanken Haken an Land. Die Auffindbarkeit und Präsentation des Mehrwerts für den Kunden im Netz sind das A und O! Da ist es nicht mit der einfachen digitalen Visitenkarte getan. Vor allem dann nicht, wenn sie nicht responsiv ist und somit auf Smartphones oder Tabletts nicht repräsentabel ist. Gerade auf die “Hosentaschenbildschirme” greifen rund 70 Prozent der Nutzer zu – altersunabhängig. Das wird ab Juli 2018 Google in seinem Suchalgorithmus berücksichtigen. “Webseiten, die für Smartphones & Co nicht tauglich sind, werden dann abgewertet”, plaudert Völker aus dem Nähkästchen.

Die Internetseite ist ein Bestandteil einer gesamten und individuellen Kommunikationsstrategie. An dessen Ende des Entwicklungsprozesses kann ein Onlineshop stehen. 44,2 Milliarden Euro setzte der deutsche elektronische Handel (E-Commerce) im Jahr 2016 um. Für 2017 erwarten Wirtschaftsexperten einen Zuwachs um zehn bis dreizig Prozent. Die größten Tortenstücke fallen dabei Amazon, Otto und Zalando zu. Insgesamt beteiligten sich nach einer Modellrechnung von iBusiness 383.293 Unternehmen im Jahr 2016 an E-Commerce. Da braucht es schon eine ausgefallene Idee mit einem Alleinstellungsmerkmal, um mehr als nur die Krümel vom Tellerrand zu picken.

Großes Interesse bei der Bürgerversammlung

Lette, 22.02.18 (PM). Der Landwirtschaftliche Ortsverein und die Stadt Coesfeld hatten zum Thema „Glasfaserausbau in den Bauernschaften“ eingeladen – und die Letteraner zeigten großes Interesse. Mit über 100 Personen war die Aula der Kardinal-von-Galen-Schule in Lette so gefüllt, dass am Ende kein Stuhl leer blieb, als Albert Huesmann für den Ortsverein und Bürgermeister Heinz Öhmann die zahlreichen Gäste begrüßen konnten.

Prof. Dr. Stephan Breide, Leiter des Breitbandkompetenzzentrums NRW, war nach Lette gekommen und erklärte mit viel Fachkunde, gewürzt mit einer deftigen Prise Humor, warum die ländlichen Regionen sich auf den Weg machen müssen, um nicht abgehängt zu werden. „Der Bund hat durch Fehlentscheidungen in den 90er Jahren das Solidarmodell gekippt“, so der Professor, der darauf anspielt, dass bei anderen Medien wie Gas oder Strom jeder Haushalt Zugang erhalte und die Kosten für die längeren und somit teureren Anschlüsse von allen getragen werden.

Breide stellte klar, dass die heute unterversorgten Bauernschaften zwingend auf die Glasfaser setzen sollten und nicht auf Techniken, die für nur wenige Jahre ausreichten. Dabei lobte er das im Kreis Coesfeld bewährte Modell des kooperativen Ausbaus. „Dann bewegt sich wenigstens was“, so Breide, der deutlich die Hoffnung bremste, dass durch Fördermittel der Breitbandausbau in Gang gebracht werden könnte. Seit fast drei Jahren gebe es das Bundesförderprogramm und es sei noch kein Meter Glasfaser aufgrund dieser Förderung verlegt worden. Zudem gebe es nicht unerhebliche Risiken.

Guido Brebaum, Wirtschaftsförderer der Stadt und zugleich Geschäftsführer des neuen, mit den Landwirtschaftlichen Ortsvereinen gegründeten Vereins „Teilnehmergemeinschaft Glasfaser Außenbereiche Coesfeld e.V.“ informierte über bisherige Aktivitäten in Coesfeld und moderierte im Anschluss die Podiumsdiskussion. Dabei stellte Melchior Schulze Bisping als Vertreter der Fa. Omnion, Tochter der Stadtwerke Coesfeld und der Muenet, die Kosten und das Preismodell für den Fall des Glasfaserausbaus vor. „Das gibt es nicht zum Nulltarif“, resümierte Brebaum, allerdings lägen die Kosten in einem eher noch unteren Rahmen im Vergleich zu Projekten in anderen Regionen. Es gehe nicht nur um etwas schnelleres Internet, sondern auch um den Wohnwert der Immobilie und nicht zuletzt die Zukunftsfähigkeit der Bauernschaften. Was aber nicht bedeute, dass das für den einzelnen Haushalt erst einmal eine Stange Geld sei.

Berthold Kreikenberg, Landwirt aus Gaupel und Martin Segbert, Anwohner aus Harle, berichteten authentisch von ihren Erfahrungen, als sie die Nachbarn zusammengetrommelt haben. Auf die Frage, ob sie es wieder machen würden, ein ganz klares „Ja“ von beiden und Segbert ergänzt: „Das hat die Nachbarschaft nochmal enger zusammengeschweißt.“ Segbert und Nachbarn haben im Herbst 2017 in nur wenigen Wochen die Leerrohre für die Glasfaser in Eigenleistung verlegt.

Aus dem Publikum gab es viel Zustimmung für die Initiative für den Glasfaserausbau, aber auch kritische Stimmen.  Fragen gingen in Richtung Kosten, Eigentum des Netzes und Sicherung des Netzes für die Zukunft.

Nach drei Stunden Austausch und großem Interesse zog Bürgermeister Öhmann ein Fazit und warb dafür, dass sich die Bewohner in den Bauernschaften mit dem Thema auseinandersetzen. Die große Veranstaltung in Lette ersetze nicht kleinere Veranstaltungen der einzelnen Bauernschaften. Die Initiative hierfür müsse allerdings aus den Bauernschaften selbst kommen. So ist bereits für den 1. März eine Nachbarschaftsversammlung für den Letter Bruch in Planung.

„Auch in den anderen Bauernschaften wird man sich jetzt mit dem Thema auseinandersetzen“, ist sich Öhmann sicher und verweist darauf, dass die Vertreter von Omnion, Stadtwerken sowie der Breitbandkoordinator des Kreises auch bei Einzelveranstaltungen zur Verfügung stehen. Ein Anruf genüge und die weiteren Schritte könnten besprochen werden.

Kontakt:

Omnion: Melchior Schulze Bisping, Tel. 02541/929-503 oder m.schulzebisping@stadtwerke-coesfeld.de

Stadt Coesfeld: Guido Brebaum, Tel. 02541/939-1020 oder guido.brebaum@coesfeld.de