Informative Abschlussveranstaltung mit Preisverleihung

Coesfeld, 19.11.18 (PM). Große Augen und strahlende Gesichter gab es Mittwochabend bei den Schülerinnen und Schülern, die am Logo-Wettbewerb zum Klimaschutzkonzept der Stadt Coesfeld teilgenommen hatten und nun ausgezeichnet wurden: Gewonnen hat der Entwurf von Adrian Mulji. Sein Logo ist nun das Erkennungszeichen für das neu erarbeitete Integrierte Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept der Stadt Coesfeld.
Beides – Konzept und Logo – wurden jetzt im Rahmen einer informativen und lebendigen Abschlussveranstaltung der Öffentlichkeit präsentiert. Etwa 60 Besucher waren dazu ins Pädagogische Zentrum gekommen. Sie erlebten zunächst einen informativen Vortrag zum Thema „Nachhaltige Mobilität“, gehalten von Prof. Prof. h.c. Dr.-Ing. Martin Robert Lühder von der FH Münster. Jenny Kamp von der Firma energielenker aus Greven informierte über die in mehreren Workshops erarbeiteten Klimaziele der Stadt Coesfeld und die im Konzept ausgearbeiteten Maßnahmen.
Guido Wallraven, Klimamanager in Saerbeck, stellte vor, wie dort das Konzept mit Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger umgesetzt wurde. Er erläuterte, dass Saerbeck damit weltweit Beachtung gefunden hat. Aus dem Konzept hätten sich sogar internationale Kooperationen ergeben. Dadurch wurde sehr anschaulich gezeigt, welche Möglichkeiten und Chancen sich in der Umsetzungsphase des Konzeptes für die Kommune ergeben können.
Das Coesfelder Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept ist hinterlegt auf der Website www.coesfeld.de. Ansprechpartner im Rathaus ist Wolfgang Zeisberg, Tel. (02541) 939-1250 im Fachbereich Bauen und Umwelt.

Präsentation und Preisverleihung

Coesfeld, 07.11.18 (PM). Am Mittwoch (14.11.18) wird das Integrierte Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept der Stadt Coesfeld, das in den vergangenen Monaten mit großer Beteiligung der Bürgerschaft erarbeitet worden ist, der Öffentlichkeit präsentiert. Bürgermeister Heinz Öhmann lädt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger dazu ein. Die Vorstellung beginnt um 18.00 Uhr im Pädagogischen Zentrum an der Holtwicker Straße.
Nach einer kurzen Einführung beginnt der Abend mit einem Vortrag zum Thema „Nachhaltige Mobilität“, den Prof. Prof. h.c. Dr.-Ing. Martin Robert Lühder von der FH Münster halten wird. Im Anschluss geht es um die Klimaziele der Stadt Coesfeld und die im Konzept ausgearbeiteten Maßnahmen. Sie werden von Jenny Kamp (energielenker Beratungs-GmbH) vorgestellt. Welche Möglichkeiten es für eine Kommune in der Umsetzungsphase gibt, darüber berichtet der Klimamanager der Gemeinde Saerbeck, Guido Wallraven.

Zum Abschluss werden die Preise des Schülerwettbewerbs verliehen: Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen konnten Ideen für ein Coesfelder Klimaschutz-Logo erarbeiten. Insgesamt 50 Entwürfe sind eingereicht worden, fünf Entwürfe werden nun prämiert und die erfolgreichen Schülerinnen und Schüler können sich über ein Preisgeld von insgesamt 550 Euro freuen.

Zum Thema: Integriertes Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept

Am 31. Januar fiel der Startschuss für die Erstellung des Integrierten Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzeptes. Etwa 50 Interessierte hatten sich dazu im Pädagogischen Zentrum eingefunden. Die Energieberatungsfirma „energielenker“ gab eine thematische Einführung und wies auf, welche Ziele und Bausteine das Integrierte Klimaschutzkonzept beinhaltet und bezog sich mit einer aktuellen Klimabilanz auf die Stadt Coesfeld. In drei Impuls-Vorträgen stellten engagierte Coesfelder ihre schon umgesetzten Projekte vor.
Im Frühling fanden dann insgesamt fünf Workshops zum Klimaschutz statt. Auch hier konnte sich die interessierte Öffentlichkeit mit Ideen und Vorschlägen einbringen.

Die Themen der Workshops

Workshop „Wohngebäude / private Haushalte“

13. März 2018, 18.00 – 20.00 Uhr, Vorlesungssaal der Fachhochschule Münster, Stadtschloss, 2. OG, Bernhard-von-Galen-Straße 10, Coesfeld
Der Sektor der privaten Haushalte birgt große Einsparpotenziale im Bereich des Energieverbrauchs. Ob durch suffiziente Verhaltensweisen (Energievermeidung), der Einsparung von Energie (Energieeffizienz) oder dem Ausbau erneuerbarer Energien – der Einzelne kann durch einen bewussten Umgang mit Energie erheblich zu den Klimaschutzanstrengungen der Stadt Coesfeld beitragen und selbst die eigenen Energiekosten erheblich reduzieren. Welche Potenziale hierbei bestehen, beispielsweise in den Bereichen Neubau und Sanierung von Gebäuden, Energiesparen im Haushalt oder auch Ernährung und Konsum, soll im Rahmen des Workshops mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutiert werden.

Workshop „Klimafreundliche Mobilität“

20. März 2018, 18.00 – 20.00 Uhr, Großer Sitzungssaal, Rathaus, Markt 8, Coesfeld
Mit einem Anteil von 23 % trägt der Sektor Verkehr erheblich zum Treibhausgasausstoß in der Stadt Coesfeld bei. Um diese Emissionen zu senken und vor allem den motorisierten Individualverkehr einzuschränken, sollen im Workshop u.a. die Potenziale des ÖPNVs/ SPNVs, Fuß- und Radverkehrs, Car- und Bike-Sharings sowie der Elektromobilität bzw. alternativen Mobilität erörtert werden.

Workshop „Öffentlichkeitsarbeit und Bildung“

10. April 2018, 18.00 – 20.00 Uhr, Großer Sitzungssaal, Rathaus, Markt 8, Coesfeld
Klimaschutz und Bildung hängen eng zusammen und können im Zusammenspiel eine nachhaltige Entwicklung unterstützen. Um sowohl die Bürgerinnen und Bürger als auch die Privatwirtschaft für das Thema Klimaschutz zu sensibilisieren und zu motivieren müssen zielgruppenspezifische Informations- und Beratungsangebote geschaffen werden. Welche Möglichkeiten hierfür in der Stadt Coesfeld für die einzelnen Akteursgruppen –wie beispielsweise Kindertagesstätten, Schulen, Vereine oder Unternehmen– existieren, wollen wir gerne gemeinsam mit Ihnen erarbeiten.

Workshop „Wirtschaft“

24. April 2018, 18.00 – 20.00 Uhr, Großer Sitzungssaal, Rathaus, Markt 8, Coesfeld
Neben einer optimierten Nutzung der zur Verfügung stehenden Ressourcen und der energetischen Optimierung der Wärme übertragenden Gebäudehülle ist die Verbesserung der Anlagentechnik ein wesentlicher Baustein eines aktiven Klimaschutzes.
Wesentlicher Inhalt dieses Handlungsfeldes ist eine Verbesserung der Information betrieblicher Optimierungsmaßnahmen zu gewährleisten, um nachfolgend die Realisierung konkreter Maßnahmen zu forcieren.
Der Sektor Wirtschaft kann schnell positive Effekte mit minimalem Aufwand im Bereich der betrieblichen Energieeffizienz, z. B. durch Einführung eines betrieblichen Energiemanagements, Optimierung der betrieblichen Stoff- und Energieströme, verbesserte Regelung und Steuerung von technischen Anlagen sowie durch ein strukturiertes Informationsmanagement, erzielen. Durch diese Maßnahmen stellen sich in der Regel kurzfristig wirtschaftliche Vorteile ein, wobei im Regelfall nur Maßnahmen mit niedrigen Amortisationszeiten zur Umsetzung kommen.

Workshop „Klimagerechte Stadtentwicklung / Klimaanpassung“

15. Mai 2018, 18.00 – 20.00 Uhr, Großer Sitzungssaal, Rathaus, Markt 8, Coesfeld
Der Klimawandel erfordert in Städten die Entwicklung von Strategien zum Schutz vor dessen Auswirkungen und der Anpassung daran sowie die Abstimmung der Maßnahmen mit anderen drängenden Aufgaben der nachhaltigen Stadtentwicklung. Im Workshop sollen die Potenziale klimagerechter Stadtentwicklung der Stadt Coesfeld in Form von u.a. Leitbildern, planerischer und rechtlicher Instrumente oder auch informeller Rahmenplanungen diskutiert werden.

Mit den Ergebnissen aus den Workshops wurde dann das Klimaschutzkonzept erarbeitet. Es wurde dem Ausschuss für Umwelt, Planen und Bauen am 10. Oktober vorgelegt und wird am 8. November im Rat der Stadt beraten.

Informationen zum Klimaschutzkonzept gibt es auch auf der Website der Stadt.

Eine Erlebnisreportage im Oberbergischen mit dem Coesfelder Reinhard Elsbecker

Lette/Wildbergerhütte, 27.10.18 (hlm). Hinter den Baumgipfeln des Hügels taucht langsam die Sonne ab und färbt das Landschaftsbild goldfarben ein. Ein Konzert von Vogelstimmen verabschiedet den Tag. Neben mir sitzt der Coesfelder Jäger Reinhard Elsbecker auf dem Ansitz am Rand einer Lichtung. Um uns herum Ruhe, in die das Gezwitscher idyllisch den Ton angibt. Eine Zeit, die letzten Stunden Revue passieren zu lassen.

Auf der 160 Kilometer langen Autofahrt von Coesfeld nach Wildbergerhütte berichtet mir der gelernte Landwirt von seiner Leidenschaft. Mit der Jagd ist der, heute als landwirtschaftlicher Berater, Tätige auf dem Hof im münsterländischen Lette groß geworden. Seit fünf Jahren teilt sich Elsbecker mit zwei weiteren münsterländischen Freunden die jährliche Pacht von 3000 Euro für das rund 240 Hektar große Gebiet im oberbergischen Land. „Das hat einfache Kostengründe. Der Pachtzins ist deutlich geringer, als im heimischen Gebiet“, erklärt der passionierte Jäger. Natürlich will er für das Geld einen Gegenwert in Form von Beute aus dem vielfältigen Wildbestand bekommen. Aber alles auf die blanke Jagd zu reduzieren wäre zu einfach.

Eine Grundsatzdiskussion entbrennt im Auto über das ökologische Gleichgewicht, das die Jäger beeinflussen. Für den Ökologischen Jagdverband ist es ein wesentlicher Bestandteil seiner Aufgabe. Er vertritt den Leitsatz „Wald vor Wild“ und sieht den Forst aus der ökonomischen Perspektive. Die Jagd ist dabei das Reglement der Wildpopulation, um die Holzressourcen zu schützen. Die Selektion der Tiere nach Trophäen ist nebensächlich. Denn ein natürliches Gleichgewicht könne sich nicht einstellen, weil der Mensch direkt oder indirekt Einfluss nimmt. In Teilen folgt Elsbecker dieser These. Aber er lebt nach dem Prinzip „Wald mit Wild“ und stellt sich damit hinter die Ansicht des Deutschen Jagdverbandes. Selbstverständlich gehört der Wolf für Elsbecker zu einem vitalen Lebensraum dazu. Dort, wo er Platz hat. Als Beutekonkurrent sieht er das Raubtier nicht. Laut einer Berechnung des Wildbiologen Ulrich Wotschikowsky schlägt ein Wolfsrudel 2,2 Schalentiere auf 100 Hektar Fläche und kappt damit – gleichauf dem Jäger – die Spitzen einer Beutepopulation. Ein sich normal verhaltender Wolf würde sich als scheues Tier einer menschlichen Siedlung nicht nähern. Davon ist Elsbecker überzeugt. „Wenn doch, muss man das Tier aus dem Bestand entfernen“, rechtfertig er den vereinzelten Abschuss eines Wolfes. Verständnislosigkeit bei Elsbecker gegenüber jenen Jagdgenossen, die auf flüchtende Tiere schießen: „Das macht man nicht, außer es braucht einen Fangschuss, um das Tier vom Leid zu erlösen.“ Ebenso verursacht es bei ihm Kopfschütteln, wenn damit gedroht wird, freilaufende Hunde zu erschießen. „Kommunikation ist alles“, betont er und meint damit, mit den Hundehaltern zu reden, statt zu drohen. Dabei hat er selbst Erfahrungen in alle Richtungen gemacht. Einsicht und Verständnis, aber auch Unsachlichkeit und Beleidigungen.
Wir sind in Wildbergerhütte angekommen. Langsam fährt Elsbecker mit dem Pkw durch das Revier, dem Aubach, der sich durch Grünwiesen und kleinen Auenwäldern mäandriert, aufwärts folgend in Richtung Mähhain, Rehhecke und Landhecke. Fast an der Bergkuppe, unweit der rheinland-pfälzischen Grenzen hält der Freizeitjäger kurz an, nimmt seinen 15 Wochen jungen Dackel Alwin mit und zeigt mit dem Finger auf etwas Unscheinbares: „Dort vorne ist eine Kirrung.“ Eine Anfütterungsstelle für Schwarzwild. Versteckt unter einer schweren Holzscheibe liegen goldgelbe Maiskörner. Die beiseitezuschieben, ist für Wildschweine keine Schwierigkeit. Andere Waldtiere tun sich damit schwer. „Einen halben Liter Getreide dürfen wir je Kirrung ausbringen und pro angefangene 100 Hektar ist eine Kirrstelle erlaubt“, zitiert der Jäger das nordrhein-westfälische Jagdgesetz und fügt hinzu: „Von einer Überfütterung kann nicht gesprochen werden.“ Der Wildökologe Frank Christian Heute sieht durch die Kirrung ein zusätzliches Plus im Nahrungsangebot, das durch die milden Winter und der Überproduktion an Eichen und Buchen in Hülle und Fülle vorhanden ist. Auch schwache Tiere könnten so den Winter überstehen.

Ein prüfender Blick ins Gelände. Dort eine Spur von einem Wildschein. Niedergetretenes Gras zeugt von einem Wildwechsel. Elsbecker blickt auf die frischen Zweige der Nadelbäume. Kein Verbiss zu entdecken. „Schalenwild bevorzugt junge Birkenzweige“, meint er. Der frühere monotone Fichtenwald weicht nach und nach einem Mischwald. Der Sturm Kyrill von 2007 hat reichlich Platz geschaffen für Pionier- und Folgegehölze. Hier und da an Holzrinden finden sich kleine Abschabungen. Fegestellen von Rehböcken, die mit ihrem Gehörn an der Rinde kratzen und Duftmarken hinterlassen oder die Basthaut abstreifen, wie Elsbecker erklärt. 

Eine Mountenbikefahrerin ackert sich sportlich den Berg hinauf. „Geht es hier zu den Windmühlen?“, fragt sie etwas außer Atem geraten höflich nach. „Nein, die sind auf der andern Seite“, antwortet Elsbecker freundlich und erklärt ihr den Weg. Er kennt auch andere Erfahrungen. Von „Wildsäuen auf zwei Rädern“, die rücksichtslos durch die Wälder rasen und Passanten gefährden. Jedem sein Hobby, aber mit gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Rücksichtnahme. Das ist die Ansicht des 53-Jährigen.

Auf dem Weg Richtung Jagdhütte steuert Elsbecker einen Waldrand an. Ein kahler, auf circa 1,2 Meter abgesägter Stamm glänzt im Sonnenlicht. Oben auf thront ein Plastikzylinder. Mit schnellem Handgriff entfernt er die Hülse. „Wir haben viel zu viel Plastik“, kommentiert er und befestigt mit einem langen Nagel einen blanken Leckstein. Ein Würfel aus Salz, um dem Wild die Mineralienversorgung zu erleichtern. Regenwasser löst den Stein nach und nach auf. Das „Mineralwasser“ fließt am Stamm herunter und trocknet aus. Solche Salzlecken werden bevorzugt von Hirschen, aber auch von anderen Wildtieren aufgesucht. Der Sinn dieser zusätzlichen Mineralienversorgung wird in Internetforen von Jägern kontrovers diskutiert. Unbestritten ist die lockende Wirkung, um die Tiere im Revier zu halten.

Am Ende eines Feldweges steht die Jagdhütte. Die kleinen Terrasse öffnet den Blick ins Tal. Davor tauschen sich Elsbecker und sein Mitpächter aus Dülmen, Alexander Kerkhoff, kurz aus. Windrichtung und Jagdchancen sind das beherrschende Thema. Kerkhoff wird die Nacht auf einen der Hochsitze im Revier verbringen, obwohl die spartanisch eingerichtete Hütte mit Notbetten eingerichtet ist. 

Fünf Trophäen hängen innen an der Wand über der Tür, präpariert von einem Kürschner. Elsbecker erklärt anhand der Abnutzung der Zähne am Unterkiefer der Rehböcke das Alter. „Zu jeder Trophäe kann ich genau die Geschichte erzählen“, glänzen seine Augen für die Erinnerungsstücke. Jedes Jahr setzt sich Elsbecker mit seinen beiden Jagdkollegen zusammen und plant den Abschuss fürs kommende Jagdjahr. Die Liste muss der unteren Jagdbehörde zur Genehmigung vorgelegt werden. Im letzten Jahr standen, neben anderen bejagbaren Arten, 15 Stücke Rehwild auf dem Abschussplan. Für jedes Mitglied der Pachtgemeinschaft fünf. „Für die Beseitigung von Wildschäden müssen wir aufkommen“, erklärt Elsbecker. Besonders gravierende Schäden richten die Wildschweine an, wenn diese in Rotten über eine Mähwiese pflügen. „Dann müssen wir den Boden mit Mulch wieder ausgleichen“, legt der Jäger da. Das sind Zusatzkosten, wie auch Verbissschäden, die von den Pächtern wieder gutgemacht zu machen sind. Deshalb versucht die Jagdgemeinschaft durch gezielte Bejagung, Einfluss auf die Größe des Wildbestandes zu nehmen. Gemeinsam mit der Hege ist das investierte Zeit. Von 245 Millionen Euro Wertschöpfung auf das gesamte Bundesgebiet bezogen spricht der Deutsche Jagdverband. Einige der aus der Natur entnommenen Tiere landen als Wildbret auf dem Speisetisch. Aber was macht Elbecker mit Füchsen, Dachsen und anderem Erlegtem? Die werden der Pelztierverwertung zugeführt oder für die Ausbildung von Jagdhunden verwendet. In Nordrhein-Westfalen sind im Jagdjahr 2016/2017 insgesamt 930779 Tiere erlegt worden. Im Jagdjahr 2007/2008 waren es knapp 1,6 Millionen. Eine kontinuierliche Abnahme in den vergangenen zehn Jahren. Den größten Teil der letzten Jagdstrecke machten mit 61 Prozent Vögel aus, gefolgt von Mardern (14 Prozent) und Hirsche (12 Prozent), zu denen Rot-, Dam- und Rehwild gezählt werden. Fünf Prozent Anteil an der Jagdstrecke 2016/2017 hatten invasive Neozoen. Eingewanderte Tierarten, die negativen Einfluss auf ein bestehendes Biotop ausüben.

Gute zwei Stunden sitzen wir jetzt auf dem Ansitz. Elsbeckers dreiläufige Jagdbüchse, ein Erbstück des Schwiegervaters, liegt noch immer unbenutzt auf dem Geländer. Die goldene Stunde schlägt in Dämmerung um. Aus der Ferne ist ein lautes Krächzen zu hören. „Ein aufgeschrecktes Reh“, wie Elsbecker zuordnet. Ob der Wind gedreht hat? Der Jäger prüft mit Seifenblasen die Windrichtung. Nein, wir haben das Tier nicht irritiert. Hinter uns im Rücken, auf rheinland-pfälzischer Seite, durchdringt ein heller Ruf die Stille. „Ein Kitz ruft nach der Ricke“. Dann übernimmt wieder der Vogelgesang den dominanten Teil der Geräuschkulisse. Der Waldrand hüllt sich immer mehr in Dunkelheit. Elsbecker schaut suchend durch sein Fernglas. Nichts zu erkennen. „Das war’s wohl“, flüstert er, weckt zart seinen Hund, der vor seinen Füßen liegt, und nimmt die Munition aus dem Gewehr. Dann plötzlich laute kurz abgehackte Rufe aus dem Waldrand. Es klingt wie ” ein hämisches “Hä, hä, hä!” und entfernt sich rasch in den Wald hinein. „Ich habe es gewusst. Der Bock war die ganze Zeit hier und wir haben ihn nicht gesehen“, entrüstet sich Elsbecker. Ja, es klang schon fast so, als hätte uns der Bock zum Abschied ausgelacht. Elsbecker kommentiert mit Humor: „So ist eben die Jagd!“

 

 

 

 

Quellen

Für die Recherche wurde der Jäger Reinhard Elsbecker vom Redakteur in seinem Revier begleitet.

Glossar

Fangschuss: https://de.wikipedia.org/wiki/Fangschuss_(Jagd)

Weiter Informationsquellen

Ökologischer Jagdverband:

https://www.oejv.org

https://de.wikipedia.org/wiki/Ökologischer_Jagdverband

Deutscher Jagdverband: https://www.jagdverband.de

Räuber-Beute-Verhältnis des Wolfs:

WildbiologenUlrich Wotschikowsky: https://www.jagderleben.de/praxis/woelfe-schalenwild

Einfluss der Kirrung

Frank Christian Heute (https://www.wildoekologie-heute.de/themen/schwarzwild/),

Statistik über die Jagdstrecken:

https://www.umwelt.nrw.de/naturschutz/jagd-und-fischerei/jagd/jagdstrecken-statistik/

Salzlecken:

https://forum.wildundhund.de/showthread.php?28509-Salzlecken-notwendig-oder-Luxus

https://jagderleben.landlive.de/m/boards/thread/60504/?page=1

Neozoen und invasive Arten in NRW

http://neobiota.naturschutzinformationen-nrw.de/site/nav2/Artenlisten.aspx?ART=Tiere

 

 

 

 

 

 

 

 

Vortrag über Sommer- und Winterquartiere in den Baumbergen

Kreis Coesfeld, 23.10.18 (PM). Fledermäuse stehen als gruselige Verkleidungen gerne auch in der Halloween-Nacht Pate, obschon die nachtaktiven Säuger mit ihrem plüschigen Fell und den großen Ohren possierlich anzusehen sind. In einem Fachvortrag am 31. Oktober stellen Frauke Meier und Lena Grosche ganz besondere Arten der Baumberge vor. Die Wälder sind mit ihren Strukturen attraktiver Lebensraum für unsere Fledermäuse in NRW. An die 10.000 Tiere überwintern in Brunnenschächten, Eiskellern und andere dunkele Rückzugsräume. Im Sommer zieht nicht nur die seltene Bechsteinfledermaus ihre Jungen in den Wäldern groß. Die Referentinnen stellen neben besonderen Raritäten auch die häufigeren aber nicht weniger spannenden Arten unserer Siedlungsräume vor.

Übersicht

Termin: Mittwoch, den 31. Oktober von 18:00 bis ca. 21:00 Uhr
Treffpunkt: Naturschutzzentrums, Alter Hof Schoppmann, (der Parkplatz des Hofes ist über die Navi-Adresse Wullaweg 2, 48301 Nottuln-Darup zu erreichen)
Leitung: Frauke Meier und Lena Grosche (Echolot – Büro für Fledermauskunde, Landschaftsökologie und Umweltbildung)
Anmeldung und weitere Informationen: keine
Kostenbeitrag: kostenfrei

Vortrag am 30. Oktober 2018 in Coesfeld

Kreis Coesfeld, 22.10.18 (PM/kid). Kurz zum Shoppen in die Niederlande oder bequem über Amazon aus dem EU-Ausland bestellen – für viele sind die Europäische Union und die mit ihr verbundenen Vorteile ganz selbstverständlich. Aber seit der Finanzkrise läuft die EU im Krisenmodus. Prof. Dr. Eckart Stratenschulte, der 24 Jahre lang die Europäische Akademie Berlin leitete, wird am Dienstag, 30. Oktober 2018, um 18:00 Uhr im Trend-Center der Parador GmbH in Coesfeld einen spannenden Vortrag über die Zukunft der EU halten.

Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen; ihre Meinung zur Zukunft Europas ist ebenfalls gefragt: Sie können per Mobiltelefon abstimmen oder auch direkt mit Prof. Dr. Stratenschulte diskutieren. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung wird bis zum 25. Oktober 2018 erbeten unter https://europa-im-trend.eventbrite.de oder per E-Mail an: post@eu-direct.info

Diese Veranstaltung wird vom Kreis Coesfeld in Zusammenarbeit mit dem europe direct-Büro Steinfurt sowie der wfc Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Coesfeld gmbH organisiert. Die Moderation übernimmt Kreismitarbeiterin Marina Kallerhoff.

GRÜNE Filmreihe: Der Bauer und sein Prinz

Coesfeld, 21.10.18 (PM). Prince Charles vertritt die Auffassung: „Man muss der Natur etwas zurück geben. Heutzutage geben wir nichts zurück – wir nehmen nur!“
Ist dies das Paradies auf Erden? Der Regissieur Bertram Verhaag entführt uns mit poetischen Bildern nach Südengland auf die Ökologische Farm von Prinz Charles. Der Film zeigt einen Prinzen, der die Vision hat, die Welt ökologisch zu ernähren und die geschundene Natur zu heilen. Dieses Ziel verfolgt er mit seinem charismatischen Farmmanager David Wilson jetzt schon seit 30 Jahren. Die einmalige Zusammenarbeit der beiden beweist mit ausdrucksvollen Bildern, wie ökologische Landwirtschaft funktioniert und welcher Nutzen und welche Heilkraft von ihr ausgeht.
Bertram Verhaag beobachtete die beiden Visionäre mehr als fünf Jahre durch alle Jahreszeiten hindurch. Der Prince of Wales fühlte sich dem ökologisch nachhaltigen Gedanken schon verbunden, als uns das Wort „nachhaltig“ noch völlig unvertraut war. Schon vor mehr als 30 Jahren war ihm bewusst, dass man nur mit praktischen Beispielen überzeugen kann, Land im Einklang mit der Natur ohne Gifte zu bewirtschaften.
Das ist den beiden eindrücklich gelungen und Bauern aus ganz Britannien pilgern zur Duchy Homefarm und holen sich dort den Mut und das Wissen ihre eigene Landwirtschaft umzustellen.
Die Coesfelder GRÜNEN präsentieren diesen Dokumentarfilm von Bertram Verhaag, am Dienstag, 13.11. um 19.30 im Cinema in Coesfeld, der Eintrittspreis beträgt 6 Euro.

Grüne sehen Chancen für die Coesfelder Wirtschaft

Coesfeld, 02.10.18 (PM). „Der beschleunigte Ausstieg aus der Kohleverstromung bringt auch für die Wirtschaft hier in Coesfeld Chancen.“ Davon sind die Grünen in Coesfeld überzeugt. “Zur Information laden wir alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein”, so Norbert Vogelpohl, Sprecher der Coesfelder Grünen. Beginn ist am Donnerstag, dem 4.10. 2018 um 19.00 Uhr im Saal der Handwerksbildungsstätten, Stockum 1 in Coesfeld. Referenten sind Dr. Tobias Gallasch vom MEET Batteriefoschungszentrum der Universität Münster und Reiner Priggen, Vorsitzender des Landesverbandes Erneuerbare Energien und Mitglied der „Kohlekommission“ der Bundesregierung.

„Die Bundesregierung hat mit ihren aktuellen Zielsetzungen die Orientierung für die nächsten 12 Jahre vorgegeben. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien auf 65 Prozent der Stromerzeugung und die Reduktion der Emissionen aus der Stromerzeugung um 61 Prozent müssen jetzt umgesetzt werden“, wird Norbert Vogelpohl über die energiepolitische Ausgangslage in der Pressemeldung zitiert. Dazu habe sich Deutschland durch den völkerrechtlich verbindlichen Beitritt zum Pariser Klimaschutzabkommen verpflichtet.

Bisher werden im Münsterland etwa 6 Milliarden Euro für Energie aufgewendet, über 90 Prozent davon fließen aus der Region ab, in das Ruhrgebiet, nach Saudi-Arabien, nach Russland. In Zukunft gehe es beim Umstieg auf erneuerbare Energien auch darum, möglichst viel von dieser Summe als Wertschöpfung im Kreis Coesfeld zu binden und gleichzeitig etwas für den Klimaschutz zu tun. „Darin liegt eine enorme Chance für ländliche Regionen und die mittelständische Wirtschaft unserer Stadt und es ist vor allem für junge Menschen, die ein Interesse an dieser Herausforderung haben, eine unglaublich spannende Aufgabe. Diese Chancen wollen wir gern gern darstellen und darüber mit unseren Gästen diskutieren”, so Vogelpohl.

Terminüberblick

Diskussionsabend der Grünen zum Kohleausstieg
Beginn: 04.10.18,19 Uhr
Ort: Handwerksbildungsstätten, Stockum 1, Coesfeld
Referenten: Dr. Tobias Gallasch (MEET Batteriefoschungszentrum) und Reiner Priggen (Landesverbandes Erneuerbare Energien)

Förderprogramm des Kreises geht in diesem Jahr in die zweite Runde

Coesfeld/Darup, 18.09.18 (PM). Bereits im Frühjahr dieses Jahres hat der Kreis Coesfeld in seinem Obstbaumprogramm den Kauf von 500 Obstbäumen unterstützt. Mit dem Ziel, alte Streuobstwiesen zu fördern und ihrem Verschwinden entgegenzuwirken rief er das Programm vor zwei Jahren ins Leben. Seitdem wurden im Kreis 2.000 Obstbäume durch Privatpersonen neu angepflanzt.

Die alten Obstwiesen sind wichtiger Lebensraum vieler Vögel, Insekten und Säugetiere. Nicht nur die Blüten der Bäume, sondern auch die Wiesen dienen als Nahrungsquelle und wertvolle Überwinterungsmöglichkeit. Dort fühlen sich neben Igel und Steinkauz, unserer kleinsten Eule, auch Solitärbienen, Falter, Fledermäuse, Specht und Co. wohl.

Nach einer Bewerbungsphase im März geht das Obstbaumprogramm in diesem Jahr in die zweite Runde. Hochstämmige Sorten Äpfel, Birnen, Süßkirschen, Pflaumen und Mirabellen können im Herbst, dank des Programms und der guten Kooperation mit den sieben Baumschulen des Kreises, ortsnah und für einen Sonderpreis erworben werden.

Interessierte Obstwiesenbesitzer bewerben sich in einem ersten Schritt ausschließlich via E-Mail bis zum 30. September beim Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld e.V. (obstbaumprogramm2018@naturschutzzentrum-coesfeld.de). Dabei soll neben den üblichen Angaben wie Namen und Adresse des Bewerbers auch die Lage des zukünftigen Standortes der Obstbäume genannt werden (Flurstück oder Adresse). Ist die Bewerbung erfolgreich, erhält der Interessent einen Abholschein, der den Kauf von maximal fünf Obstbäumen in einer der kooperierenden Baumschulen vom 01. November bis zum 24. November 2018 ermöglicht. Der Eigenanteil je Baum beträgt acht Euro.
Das Obstbaumprogramm ist vorerst für fünf Jahre geplant und wird im Herbst 2019 fortgesetzt.

Die teilnehmenden Betriebe sind:
Gottschling – Coesfeld, Harle 35b
Klabautschke – Senden, Alvingheide 133
Reckmann – Dülmen, Baumschulenweg 61
Rüskamp GbR – Dülmen, Welte 70
Schomberg – Olfen, Im Tigg 3
Schwieters – Rosendahl, Schlee 8
Sennekamp – Senden, Bredenbeck 46

Kreis Coesfeld vernetzt

Coesfeld, 03.09.18 (hlm). Einmal im Monat treffen sich die Verwaltungschefs der elf Kommunen und des Kreises Coesfeld zu einem Arbeitstreffen. Dieses Mal begrüßten Coesfelds Bürgermeister Heinz Öhmann und Lüdinghausens Bürgermeister Richard Borgmann ihre Amtskollegen im “Großen Sitzungssaal” des Rathauses der Kreisstadt. Die Vertreter der Presse erhielten im Anschluss auf der Pressekonferenz von den beiden Gastgebern eine Übersicht der Gesprächsergebnisse.

Besonderer Gast ist Christian Almering, der seit acht Monaten als Geschäftsführer der EUREGIO wirkt. 60 Jahre lang stärkt die Institution das Zusammenwachsen die Gemeinschaft im deutsch-niederländischen Grenzraum. Nicht ohne Sorge blicke Almering auf die aktuelle Situation Europas, resümiert Richard Borgmann auf der Pressekonferenz und zitiert ihn: “Was die Großen nicht hinbekommen, sollen die Kleinen lösen.” Das heißt, nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern Visionen entwickeln. Es gibt im deutsch-niederländischen Grenzraum viel ausschöpfbares Potenzial, sowohl aus wirtschaftlicher Sicht, wie auch in der gesellschaftlichen Kohäsion. Tourismus und Bildung nennt Borgmann Beispiele. Öhmann bringt den Grenzinfopunkt in die Gesprächsrunde ein. Eine Beratungseinrichtung, die bis 2020 als “INTEREG-Projekt” gefördert wird. Sie ist die Anlaufstelle für Rechtsfragen von Menschen, die im Nachbarland leben oder Arbeiten wollen. Die Beratungsstelle in Enschede kooperiert mit der Agentur für Arbeit Coesfeld. Ganz kritiklos entlassen die Verwaltungschefs den EUREGIO-Geschäftsführer Almering nicht aus dem Arbeitskreis. Der Fokus solle nicht allein auf den Südkreis gelegt werden. Der Blick über den Rand bis ins angrenzende Ruhrgebiet ist etwas kurzsichtig. Positiv bewerten Öhmann und Borgmann die Entwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs mit der Optimierung der Bahnlinie Enschede-Dortmund. Dabei hat zwar nicht direkt die EUREGIO ihren Anteil, aber die Schiene ist eine wichtige wirtschaftliche und gesellschaftliche Verbindung zwischen den Regionen. Geldmittel fließen von der EU-Förderstelle in Bildungseinrichtungen, wie Universitäten. Coesfelds Dependance der Fachhochschule Münster profitiert indirekt von diesen Finanzströmen.

Vom Grenzüberschreitenden richtet sich der Blick auf den Kreis Coesfeld. Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr wirbt für die dritte Runde des Ökoprofits. Einige Unternehmen haben ihre Teilnahme zugesichert. Die Werbetrommel dreht sich weiter, um weitere Firmen und Einrichtungen für das Klimaschutzprojekt zu gewinnen. Für Öhmann ist es kein reines Prestige- oder Imageprojekt. Es gehe hierbei um konkret individuell ausgearbeitete Vorschläge zur Energieeinsparung, die sich ökonomisch in der Bilanz der teilnehmenden Unternehmen positiv auswirken. Mit Sarah Rensner hat der Kreis Coesfeld eine Klimaschutzmanagerin, die Aktivitäten und Projekte auf kommunaler Kreisebene koordiniert und das Klimaschutzkonzept als Handbuch hat. Wünschenswert wäre es in Augen von Öhmann, wenn sich die Arbeit nicht nur auf Koordinierung, sondern auch auf konkrete Projekte fokussieren, die messbare Ergebnisse liefern.

Auf der Agenda des Arbeitstreffens stand auch die Schaffung eines Standards für die Markierung des Radwegenetzes. “Das bisherige Wabensystem hat sich nicht bewährt”, zieht Öhmann einen Schlussstrich. Ein Neues soll her, und zwar landesweit. Am besten über eine zentrale Stelle geplant und gesteuert, damit kein bunter Mix entsteht. Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen. Gegenwärtig stecken die Kommunen ihre Zielvorstellungen ab. Unteranderem könnte sich das in den Niederlanden verwendete Knotenpunktsystem als Blaupause eignen.

Der Kreis ist ein Umlageverband, der sich aus den finanziellen Einlagen der elf Städte und Gemeinden mitfinanziert, dessen Höhe durch den Hebesatz festgelegt ist. “Jeder dritte Euro geht an den Kreis”, rechnet Borgmann vor. Das ist von den Kommunen in der gegenwärtigen guten Wirtschaftslage mehrheitlich zu leisten. Lüdinghausens Bürgermeister will weiter nach vorne blicken und sich auf schlechtere Zeiten vorbereitet wissen. Deutlich richten die Bürgermeister ihre Forderungen in die Richtung einer mittelfristigen Finanzplanung und einer weiteren Absenkung der Hebesätze. “Damit Kommunen die Kreisumlage nicht über finanzieren müssen”, so Borgmann.

Kreisweiter Schulentwicklungsplan – da kann sich die Stadt Coesfeld mit seiner eigenen Entscheidungshoheit etwas zurücklehnen. In der Kreisstadt besteht ein breites Schulangebot. Das ist in einzelnen Nachbarkommen nicht so luxuriös. Besonders die Erreichbarkeit von Förderschulen grenzt punktuell an die Unzumutbarkeit. Das soll sich mit der Aufstellung eines Schulentwicklungsplans verbessern.

Kolping-Bildungsstätte sammelt gute Erfahrungen bei Zertifizierung

Coesfeld, 14.0818 (pbm).. Petra van Husen hat in der Kolping Bildungsstätte Coesfeld die Zertifizierung nach „Zukunft einkaufen“ maßgeblich auf den Weg gebracht. Sie gibt als pädagogische Leiterin der Bildungseinrichtung ihre Erfahrungen gern in Seminaren und Workshops weiter. „Wenn man es geschafft hat, ist man stolz“, sagt van Husen rückblickend.

Sie hat zusammen mit dem Umweltausschuss in der Kolping-Bildungsstätte Coesfeld und mit Unterstützung des Referats Schöpfungsbewahrung im Bistum Münster das Umweltmanagementsystem „Zukunft einkaufen“ eingeführt. Während der Pilotphase der Initiative „Zukunft einkaufen – glaubwürdig wirtschaften im Bistum Münster“ hat der Prozess 2016 in der Kolping-Bildungsstätte begonnen. Im Herbst 2017 war das Ziel erreicht: Die Einrichtung mit 100 Betten und rund 20.000 Teilnehmertagen pro Jahr wurde als eine der ersten Einrichtungen im Bistum Münster für drei Jahre nach „Zukunft einkaufen“ auf Level zwei der Initiative zertifiziert.

Auf Level zwei werden zunächst mit Hilfe von Checklisten alle relevanten Bereiche systematisch erfasst und Kennzahlen entwickelt, um sich einen Überblick zu verschaffen. Darauf aufbauend entwickelt die Einrichtung eine Beschaffungsordnung, einen Katalog für kurz-, mittel- und langfristig geplante Maßnahmen und eine Umwelterklärung. Auf dieser Grundlage verleiht das Bistum das Zertifikat „Zukunft einkaufen“.

Auch wenn viel Personaleinsatz notwendig war, um alle Details bis hin zu Anzahl und Zustand der Lampen und Heizkörpernischen in dem 2.000 Quadratmeter umbauten Raum strukturiert zu erfassen. Mit der Einführung von „Zukunft einkaufen“ wurde ökofaire Beschaffung und Bewirtschaftung zum Gesprächsthema unter den 40 Mitarbeitenden in der Kolping-Bildungsstätte. In der regelmäßig stattfindenden Leitungsrunde „Qualitätssicherung“ steht das Umweltmanagement inzwischen jedes Mal auf der Tagesordnung. Viele neue Ideen und solche, die immer schon da waren, wurden und werden aus allen Bereichen systematisch zusammengetragen und gebündelt. „Das Pfund muss man heben“, betont Petra van Husen. „Außerdem hat das Ganze unser Wir-Gefühl weiter gestärkt.“

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Seit dem Prozess wird noch mehr darauf geachtet, dass in den Büros alle Geräte ganz ausgeschaltet sind, wenn sie nicht genutzt werden. Tee gibt es nur noch in Bioqualität. Die Küche plant gerade ein Gericht mit vor allem fair gehandelten Produkten. Alle Reinigungsmittel wurden auf ihre Auszeichnung mit dem blauen Engel gecheckt und werden jetzt nur noch in größeren Gebinden besorgt und im Haus umgefüllt. Im Bereich Hauswirtschaft wurden viele Anbieter kontaktiert, um zu schauen, wo die Waren in welcher Qualität zu welchen Bedingungen erhältlich sind, und entsprechend ausgesucht. Dabei zeigte sich auch, dass die Umstellung auf andere Bezugsquellen wegen bestehender Verträge nicht immer kurzfristig möglich war. So war der Vertrag für den Strombezug gerade abgeschlossen, was erst mal den Wechsel zu Ökostrom verhindert hat. Für die Zukunft stehen mit der Dämmung von Fenstern und Dach an dem Gebäude aus dem Jahr 1955 eine energetische Sanierung und im Außengelände die Anlage einer Blumenwiese ganz oben auf der Agenda.

Bei der Bestandsaufnahme anhand der Checklisten wurde aber auch deutlich, dass das Haus in Sachen Mülltrennung, Wassersparen und bei der Umstellung auf LED-Birnen bereits sehr gut aufgestellt war.

Das Ganze blieb aber auch nicht ohne Widersprüche: Soll die Butter weiter in kleinen Päckchen verpackt aufs Buffet oder vom großen Gebinde aufgeschnitten angeboten werden? Da die unverpackten Butterreste im Müll landen müssen, hat das Haus entschieden, bei den klein portionierten Päckchen zu bleiben. „Wir können es einfach nicht gut aushalten, Lebensmittel in der Biotonne zu sehen“, begründet die 52-jährige die Entscheidung, die regelmäßig neu überprüft wird.

Im Umweltausschuss arbeitet sie mit den Bereichsleitungen Tagungsmanagement und Küche, dem Geschäftsführer und dem Hausmeister der Bildungseinrichtung zusammen. Diese Zusammensetzung des Umweltausschusses war bei der Beschaffung der Daten sehr hilfreich. So hatte der Geschäftsführer direkt Zugriff auf viele Daten aus der Verwaltung. Viele weitere Daten konnte der Umweltausschuss dem im Haus schon vorhandenen Qualitätsmanagementsystem „Gütesiegelverbund Weiterbildung“ entnehmen. Die Baupläne lieferte der Architekt vom letzten Umbau.

Aufmerksam wurde die Bildungsstätte auf Zukunft einkaufen über den Kolping Diözesanverband Münster e.V., der bereits seit 2015 nach „Zukunft einkaufen“ zertifiziert ist und damit das Leitbild des Kolpingwerkes Deutschland, verantwortlich zu leben und solidarisch zu handeln, glaubwürdig umsetzt.

Auf der neuen Website der Kolping Bildungsstätte, die im September online geht, bekommt die Umwelterklärung und die Zertifizierung mit „Zukunft einkaufen“ einen hohen Stellenwert. „Wie in anderen Qualitätsmanagementprozessen verstehen wir das Ganze als einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess“, erläutert Petra van Husen den Wunsch, das Haus qualitativ immer weiter in Richtung ökofair zu entwickeln: „Wir sind gern Vorbild für unsere Gäste und auch für andere Einrichtungen.“

So ist die Kolping-Bildungsstätte Coesfeld eines von vier Bildungshäusern im Bistum Münster, das mit Seminaren und Workshops andere Einrichtungen und Kirchengemeinden im Rahmen der Initiative „Zukunft einkaufen – glaubwürdig wirtschaften im Bistum Münster“ informiert und begleitet. Termine zu kostenlosen Veranstaltungen für Nachhaltigkeitsbeauftragte in kirchlichen Einrichtungen und für Pfarreiräte gibt es unter info@bildungsstätte.kolping.de und Tel. 02541/80303.