SPD lehnt Tariferhöhung für Bus und Bahn ab“

Kreis Coesfeld, 08.03.19 (PM/hlm).„Das Schlichtungsergebnis mit 2,14 % statt 2,43 % ist für die SPD keine Option”, so Sprecher der Sozialdemokraten im Kreis Coesfeld, Hermann-Josef Vogt. Die zwei Schlichtungsrunden zwischen den Verkehrsunternehmen und den politischen Vertretern der Stadt Münster und der Münsterland-Kreise hat als Vorschlag eine Tariferhöhung für Bus und Bahn im Münsterland erarbeitet. „Zwar gibt es in einigen Bereichen keine Tariferhöhung, aber insgesamt ist das Ergebnis nicht ausreichend“, kritisiert der SPD-Frontmann das Verhandlungsergebnis.

Auf Antrag der SPD-Fraktion hat der Kreistag im vergangenen Jahr über Tariferhöhungen für Bus und Bahn, im Kreis ist das ein spezieller Westfalentarif, für 2019 diskutiert. Mit 41 Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen hatten eine deutliche Mehrheit aller Fraktionsmitglieder beschlossen, gegen eine Erhöhung der Tarife zu werben und sich für eine Senkung der Preise einzusetzen.

Das jetzige Ergebnis überrascht Vogt und stößt auf Unverständnis. Er begründet die ablehnende Haltung der SPD: “Wir können es unseren Kunden nicht erklären, warum wir vor einigen Wochen für eine Nulllösung waren, wenn wir jetzt dem Tariftableau zustimmen.” Zwei Beschlussvorschläge will die 13-köpfige Fraktion in den Kreistag einbringen. Mit einem Vorschlag will die SPD den sogenannten „eigenwirtschaftlichen“ Verkehr abschaffen. Mit dem anderen Antrag soll die positive Mitarbeit der Verkehrsunternehmen bei Diskussionen um neue Tarifstrukturen und Tarifentgelte verbindlich fixiert werden. „Die neuen Tarife müssen für unsere Kunden deutlich einfacher und vor allem günstiger sein,“ unterstreicht der SPD-Verkehrsexperte.

Planfeststellungsbeschluss zu Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz der Berkel

Münster/Coesfeld, 19.02.19 (PM/hlm). Während des Regionale-2016-Prozesses entwickelte die Stadtverwaltung mit Bürgerbeteiligung und Wasserexperten die Umgestaltung der Berkel. Es brauchte den Spagat zwischen städtebaulichen und ökologischen Anforderungen unter Berücksichtigung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie und neuen Hochwasserschutzrichtlinien. Der umsetzbare Kompromiss gliedert sich in die Projektnamen NaturBerkel und UrbaneBerkel. Ein Teil der Baumaßnahmen sind im vollen Gang, Teilbereiche gar abgeschlossen. Andere Maßnahmen sind noch immer auf dem Papier, mit zeitlichen Zielvorgaben. Bis zum 4. März 2019 hat nun die Bezirksregierung Münster den Planfeststellungsbeschluss zur Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz im Stadtgebiet von Coesfeld, Berkel mit Hochwasserrückhaltebecken (HRB) Fürstenwiesen, öffentlich ausgelegt.

Mit den Baumaßnahmen soll die Renaturierung der Berkel mit einem Potential zur Entwicklung einer natürlichen Auenlandschaft sowie der Verbesserung des Hochwasserschutzes in Coesfeld weiter fortschreiten.

Der Planfeststellungsbeschluss zu dem Antrag liegt seit dem 18. Februar und bis einschließlich zum 4. März beim Abwasserwerk der Stadt Coesfeld, Dülmener Straße 80, 48563 Coesfeld, öffentlich aus und kann dort eingesehen werden. Der Beschluss kann montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 12.30 Uhr eingesehen werden.

Der Beschluss ist im Auslegungszeitraum auch hier im Internet einsehbar.

Bezirksregierung übergibt Zuwendungsbescheid

Münster/Coesfeld, 06.02.19 (PM). Einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 5,3 Millionen Euro hat Regierungspräsidentin Dorothee Feller heute in der Bezirksregierung dem Coesfelder Bürgermeister, Heinz Öhmann, übergeben. Damit hat die Bezirksregierung Münster das Projekt NaturBERKEL, das im Rahmen der Regionalen 2016 entwickelt wurde, in Coesfeld mit insgesamt 6,6 Millionen Euro gefördert.

Das Projekt „NaturBERKEL“ besteht aus der Berkel oberhalb der Innenstadt, der Fegetasche und der Berkel-Umflut. Dabei stehen die Ökologie und damit die Ziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie und der Hochwasserschutz, im Vordergrund. Durch verschiedene wasserbauliche Maßnahmen wird die Gewässerdurchgängigkeit im Stadtgebiet hergestellt und die ökologische Situation der Gewässer verbessert. Gleichzeitig wird der Hochwasserschutz für die Stadt Coesfeld an neue Erkenntnisse angepasst und sichergestellt.

In einem ersten Bauabschnitt, den die Bezirksregierung Münster bereits mit 1,3 Millionen Euro gefördert hat, werden derzeit im Wesentlichen die innerstädtischen Gewässer Fegetasche und Umflut ökologisch umgestaltet und die Durchgängigkeit dieser Gewässer geschaffen.

Der jetzt geförderte zweite Bauabschnitt, die Umgestaltung des Hochwasserrückhaltebeckens Fürstenwiesen, kann als interdisziplinäres Projekt verstanden werden, mit dem der Hochwasserschutz nachhaltig gesichert wird und dies mit einer attraktiven Gestaltung des Hochwasserrückhaltebeckens und einer langfristigen ökologischen Aufwertung der Berkel und ihrer Zuflüsse verbunden wird. Die Gewässer werden dabei erlebbar und naturnah umgestaltet.

Der Fördersatz beträgt 80 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten von insgesamt 8,2 Millionen Euro.

Große Resonanz beim Projekt „Vielfalt am Wegesrand – Kreis Coesfeld blüht auf”

Kreis Coesfeld, 24.01.19 (PM). Von der Resonanz war Corinna Becke vom Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld mehr als überrascht. Informierten sich doch am Mittwochabend gut 40 Naturinteressierte bei der Auftaktveranstaltung für die Kartiersaison 2019 im Alten Hof Schoppmann.

Die Landschaftsökologin berichtete über den aktuellen Stand des Projektes und stellte das weitere Vorgehen für die geplante Suche nach artenreichen Wegrändern im Kreis Coesfeld vor. Hier sollen durch ehrenamtliche Unterstützung die noch vorhandenen typischen Pflanzengesellschaften unserer Säume entdeckt und langfristig durch richtige Pflege erhalten werden. Auch für die nachhaltige Wiederanreicherung artenarmer Standorte sind sie von großer Bedeutung. Ihre Samen können auf verarmte Flächen aufgebracht werden.

Das große Interesse am Projekt wurde durch die zahlreichen Fragen der Teilnehmer deutlich. Auch Kartiergebiete konnten bereits vergeben werden, sodass in 2019 an die Datenerhebung der vergangenen Jahre angeknüpft werden kann. Ziel ist die Erstellung eines kreisweiten Wegrandverzeichnisses, das als Grundlage für Pflegekonzepte und Mahdgutübertragungen dienen soll.

Die praktische Einführung im Gelände erfolgt für die neuen Kartierer im Mai, der Termin wird noch bekannt gegeben. Interessierte können sich gerne im Naturschutzzentrum melden (Ansprechpartnerin: Corinna Becke, 02502 – 90 143 84, corinna.becke@naturschutzzentrum-coesfeld.de).

Wirtschaftsbetriebe und Naturschutzzentrum spendieren Grün

Coesfeld, 22.01.19 (PM). „Das Ökologische Jahr des St.-Pius-Gymnasiums war eine tolle Idee, insbesondere der Pius-Wald. Aufgrund der Dürre in den Sommermonaten sind die Bäume leider vertrocknet. Durch solche Rückschläge sollten sich die Schüler nicht entmutigen lassen. Im Frühjahr sollte der Wald wieder neu gepflanzt werden“, versprach Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr im letzten Jahr.

Dieses Versprechen wurde nun durch die Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld GmbH (WBC) zusammen mit dem Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld e. V. in die Tat umgesetzt.

200 Eichen hatten die Schülerinnen und Schüler am Fuße der Baumberge zwischen Coesfeld und Billerbeck gepflanzt – einen ganzen Wald zum krönenden Abschluss ihres Ökologischen Jahrs. Die Schule, die mit Preisen für ihr Umwelt-Engagement ausgezeichnet wurde, hatte sich ein Jahr lang mit Umwelt- und Klimathemen auseinandergesetzt. „Jeder Schüler sollte sich der eigenen Verantwortung für die Schöpfung bewusst werden“, erläuterte Projektleiter und stellvertretender Schulleiter Dr. Thomas Wenning damals.

Dass die Pflanzung der starken Trockenheit in den Sommermonaten des letzten Jahres und damit wohl dem „Klimawandel“ zum Opfer gefallen ist, zeigt wie wichtig das Thema tatsächlich ist. „Für die WBC, die die Waldfläche im Rahmen ihres kreisweiten Ausgleichsflächenmanagements betreut, war es selbstverständlich, die Pflanzung vollständig wiederherzustellen“, erklärt Stefan Bölte, Geschäftsführer der WBC – sehr zur Freude der Schule: „Das Pius ist der WBC und dem Naturschutzzentrum für die Rettung des Waldes außerordentlich dankbar“, so Wenning.

Abfuhrkalender 2019 im Briefkasten

Coesfeld, 07.12.18 (PM). Der Abfuhrkalender 2019 wird in diesen Tagen an die 18.300 Haushalte in Coesfeld und Lette verteilt. Das Plakatfaltblatt informiert über die jeweiligen Abfuhrtermine der Restmülltonne, des Bioabfalls, des Altpapiers und der Gelben Tonne. Außerdem enthält es die Öffnungszeiten und Hinweise zum Wertstoffhof in Höven und erläutert, was dort alles abgeben kann und zu welchen Zeiten. Zudem findet sich im Abfuhrkalender eine Übersicht über die Termine des Schadstoffmobils und Hinweise zu den karitativen Papiersammlungen.
Wer von seinem Postboten keinen Abfuhrkalender 2019 erhalten hat, kann diesen ab Donnerstag, 27. Dezember, im Bürgerbüro der Stadt Coesfeld abholen. Das Serviceteam im Rathausfoyer ist montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 12 Uhr erreichbar.

Zum Download des Abfuhrkalenders geht es hier.

Informative Abschlussveranstaltung mit Preisverleihung

Coesfeld, 19.11.18 (PM). Große Augen und strahlende Gesichter gab es Mittwochabend bei den Schülerinnen und Schülern, die am Logo-Wettbewerb zum Klimaschutzkonzept der Stadt Coesfeld teilgenommen hatten und nun ausgezeichnet wurden: Gewonnen hat der Entwurf von Adrian Mulji. Sein Logo ist nun das Erkennungszeichen für das neu erarbeitete Integrierte Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept der Stadt Coesfeld.
Beides – Konzept und Logo – wurden jetzt im Rahmen einer informativen und lebendigen Abschlussveranstaltung der Öffentlichkeit präsentiert. Etwa 60 Besucher waren dazu ins Pädagogische Zentrum gekommen. Sie erlebten zunächst einen informativen Vortrag zum Thema „Nachhaltige Mobilität“, gehalten von Prof. Prof. h.c. Dr.-Ing. Martin Robert Lühder von der FH Münster. Jenny Kamp von der Firma energielenker aus Greven informierte über die in mehreren Workshops erarbeiteten Klimaziele der Stadt Coesfeld und die im Konzept ausgearbeiteten Maßnahmen.
Guido Wallraven, Klimamanager in Saerbeck, stellte vor, wie dort das Konzept mit Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger umgesetzt wurde. Er erläuterte, dass Saerbeck damit weltweit Beachtung gefunden hat. Aus dem Konzept hätten sich sogar internationale Kooperationen ergeben. Dadurch wurde sehr anschaulich gezeigt, welche Möglichkeiten und Chancen sich in der Umsetzungsphase des Konzeptes für die Kommune ergeben können.
Das Coesfelder Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept ist hinterlegt auf der Website www.coesfeld.de. Ansprechpartner im Rathaus ist Wolfgang Zeisberg, Tel. (02541) 939-1250 im Fachbereich Bauen und Umwelt.

Präsentation und Preisverleihung

Coesfeld, 07.11.18 (PM). Am Mittwoch (14.11.18) wird das Integrierte Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept der Stadt Coesfeld, das in den vergangenen Monaten mit großer Beteiligung der Bürgerschaft erarbeitet worden ist, der Öffentlichkeit präsentiert. Bürgermeister Heinz Öhmann lädt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger dazu ein. Die Vorstellung beginnt um 18.00 Uhr im Pädagogischen Zentrum an der Holtwicker Straße.
Nach einer kurzen Einführung beginnt der Abend mit einem Vortrag zum Thema „Nachhaltige Mobilität“, den Prof. Prof. h.c. Dr.-Ing. Martin Robert Lühder von der FH Münster halten wird. Im Anschluss geht es um die Klimaziele der Stadt Coesfeld und die im Konzept ausgearbeiteten Maßnahmen. Sie werden von Jenny Kamp (energielenker Beratungs-GmbH) vorgestellt. Welche Möglichkeiten es für eine Kommune in der Umsetzungsphase gibt, darüber berichtet der Klimamanager der Gemeinde Saerbeck, Guido Wallraven.

Zum Abschluss werden die Preise des Schülerwettbewerbs verliehen: Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen konnten Ideen für ein Coesfelder Klimaschutz-Logo erarbeiten. Insgesamt 50 Entwürfe sind eingereicht worden, fünf Entwürfe werden nun prämiert und die erfolgreichen Schülerinnen und Schüler können sich über ein Preisgeld von insgesamt 550 Euro freuen.

Zum Thema: Integriertes Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept

Am 31. Januar fiel der Startschuss für die Erstellung des Integrierten Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzeptes. Etwa 50 Interessierte hatten sich dazu im Pädagogischen Zentrum eingefunden. Die Energieberatungsfirma „energielenker“ gab eine thematische Einführung und wies auf, welche Ziele und Bausteine das Integrierte Klimaschutzkonzept beinhaltet und bezog sich mit einer aktuellen Klimabilanz auf die Stadt Coesfeld. In drei Impuls-Vorträgen stellten engagierte Coesfelder ihre schon umgesetzten Projekte vor.
Im Frühling fanden dann insgesamt fünf Workshops zum Klimaschutz statt. Auch hier konnte sich die interessierte Öffentlichkeit mit Ideen und Vorschlägen einbringen.

Die Themen der Workshops

Workshop „Wohngebäude / private Haushalte“

13. März 2018, 18.00 – 20.00 Uhr, Vorlesungssaal der Fachhochschule Münster, Stadtschloss, 2. OG, Bernhard-von-Galen-Straße 10, Coesfeld
Der Sektor der privaten Haushalte birgt große Einsparpotenziale im Bereich des Energieverbrauchs. Ob durch suffiziente Verhaltensweisen (Energievermeidung), der Einsparung von Energie (Energieeffizienz) oder dem Ausbau erneuerbarer Energien – der Einzelne kann durch einen bewussten Umgang mit Energie erheblich zu den Klimaschutzanstrengungen der Stadt Coesfeld beitragen und selbst die eigenen Energiekosten erheblich reduzieren. Welche Potenziale hierbei bestehen, beispielsweise in den Bereichen Neubau und Sanierung von Gebäuden, Energiesparen im Haushalt oder auch Ernährung und Konsum, soll im Rahmen des Workshops mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutiert werden.

Workshop „Klimafreundliche Mobilität“

20. März 2018, 18.00 – 20.00 Uhr, Großer Sitzungssaal, Rathaus, Markt 8, Coesfeld
Mit einem Anteil von 23 % trägt der Sektor Verkehr erheblich zum Treibhausgasausstoß in der Stadt Coesfeld bei. Um diese Emissionen zu senken und vor allem den motorisierten Individualverkehr einzuschränken, sollen im Workshop u.a. die Potenziale des ÖPNVs/ SPNVs, Fuß- und Radverkehrs, Car- und Bike-Sharings sowie der Elektromobilität bzw. alternativen Mobilität erörtert werden.

Workshop „Öffentlichkeitsarbeit und Bildung“

10. April 2018, 18.00 – 20.00 Uhr, Großer Sitzungssaal, Rathaus, Markt 8, Coesfeld
Klimaschutz und Bildung hängen eng zusammen und können im Zusammenspiel eine nachhaltige Entwicklung unterstützen. Um sowohl die Bürgerinnen und Bürger als auch die Privatwirtschaft für das Thema Klimaschutz zu sensibilisieren und zu motivieren müssen zielgruppenspezifische Informations- und Beratungsangebote geschaffen werden. Welche Möglichkeiten hierfür in der Stadt Coesfeld für die einzelnen Akteursgruppen –wie beispielsweise Kindertagesstätten, Schulen, Vereine oder Unternehmen– existieren, wollen wir gerne gemeinsam mit Ihnen erarbeiten.

Workshop „Wirtschaft“

24. April 2018, 18.00 – 20.00 Uhr, Großer Sitzungssaal, Rathaus, Markt 8, Coesfeld
Neben einer optimierten Nutzung der zur Verfügung stehenden Ressourcen und der energetischen Optimierung der Wärme übertragenden Gebäudehülle ist die Verbesserung der Anlagentechnik ein wesentlicher Baustein eines aktiven Klimaschutzes.
Wesentlicher Inhalt dieses Handlungsfeldes ist eine Verbesserung der Information betrieblicher Optimierungsmaßnahmen zu gewährleisten, um nachfolgend die Realisierung konkreter Maßnahmen zu forcieren.
Der Sektor Wirtschaft kann schnell positive Effekte mit minimalem Aufwand im Bereich der betrieblichen Energieeffizienz, z. B. durch Einführung eines betrieblichen Energiemanagements, Optimierung der betrieblichen Stoff- und Energieströme, verbesserte Regelung und Steuerung von technischen Anlagen sowie durch ein strukturiertes Informationsmanagement, erzielen. Durch diese Maßnahmen stellen sich in der Regel kurzfristig wirtschaftliche Vorteile ein, wobei im Regelfall nur Maßnahmen mit niedrigen Amortisationszeiten zur Umsetzung kommen.

Workshop „Klimagerechte Stadtentwicklung / Klimaanpassung“

15. Mai 2018, 18.00 – 20.00 Uhr, Großer Sitzungssaal, Rathaus, Markt 8, Coesfeld
Der Klimawandel erfordert in Städten die Entwicklung von Strategien zum Schutz vor dessen Auswirkungen und der Anpassung daran sowie die Abstimmung der Maßnahmen mit anderen drängenden Aufgaben der nachhaltigen Stadtentwicklung. Im Workshop sollen die Potenziale klimagerechter Stadtentwicklung der Stadt Coesfeld in Form von u.a. Leitbildern, planerischer und rechtlicher Instrumente oder auch informeller Rahmenplanungen diskutiert werden.

Mit den Ergebnissen aus den Workshops wurde dann das Klimaschutzkonzept erarbeitet. Es wurde dem Ausschuss für Umwelt, Planen und Bauen am 10. Oktober vorgelegt und wird am 8. November im Rat der Stadt beraten.

Informationen zum Klimaschutzkonzept gibt es auch auf der Website der Stadt.

Eine Erlebnisreportage im Oberbergischen mit dem Coesfelder Reinhard Elsbecker

Lette/Wildbergerhütte, 27.10.18 (hlm). Hinter den Baumgipfeln des Hügels taucht langsam die Sonne ab und färbt das Landschaftsbild goldfarben ein. Ein Konzert von Vogelstimmen verabschiedet den Tag. Neben mir sitzt der Coesfelder Jäger Reinhard Elsbecker auf dem Ansitz am Rand einer Lichtung. Um uns herum Ruhe, in die das Gezwitscher idyllisch den Ton angibt. Eine Zeit, die letzten Stunden Revue passieren zu lassen.

Auf der 160 Kilometer langen Autofahrt von Coesfeld nach Wildbergerhütte berichtet mir der gelernte Landwirt von seiner Leidenschaft. Mit der Jagd ist der, heute als landwirtschaftlicher Berater, Tätige auf dem Hof im münsterländischen Lette groß geworden. Seit fünf Jahren teilt sich Elsbecker mit zwei weiteren münsterländischen Freunden die jährliche Pacht von 3000 Euro für das rund 240 Hektar große Gebiet im oberbergischen Land. „Das hat einfache Kostengründe. Der Pachtzins ist deutlich geringer, als im heimischen Gebiet“, erklärt der passionierte Jäger. Natürlich will er für das Geld einen Gegenwert in Form von Beute aus dem vielfältigen Wildbestand bekommen. Aber alles auf die blanke Jagd zu reduzieren wäre zu einfach.

Eine Grundsatzdiskussion entbrennt im Auto über das ökologische Gleichgewicht, das die Jäger beeinflussen. Für den Ökologischen Jagdverband ist es ein wesentlicher Bestandteil seiner Aufgabe. Er vertritt den Leitsatz „Wald vor Wild“ und sieht den Forst aus der ökonomischen Perspektive. Die Jagd ist dabei das Reglement der Wildpopulation, um die Holzressourcen zu schützen. Die Selektion der Tiere nach Trophäen ist nebensächlich. Denn ein natürliches Gleichgewicht könne sich nicht einstellen, weil der Mensch direkt oder indirekt Einfluss nimmt. In Teilen folgt Elsbecker dieser These. Aber er lebt nach dem Prinzip „Wald mit Wild“ und stellt sich damit hinter die Ansicht des Deutschen Jagdverbandes. Selbstverständlich gehört der Wolf für Elsbecker zu einem vitalen Lebensraum dazu. Dort, wo er Platz hat. Als Beutekonkurrent sieht er das Raubtier nicht. Laut einer Berechnung des Wildbiologen Ulrich Wotschikowsky schlägt ein Wolfsrudel 2,2 Schalentiere auf 100 Hektar Fläche und kappt damit – gleichauf dem Jäger – die Spitzen einer Beutepopulation. Ein sich normal verhaltender Wolf würde sich als scheues Tier einer menschlichen Siedlung nicht nähern. Davon ist Elsbecker überzeugt. „Wenn doch, muss man das Tier aus dem Bestand entfernen“, rechtfertig er den vereinzelten Abschuss eines Wolfes. Verständnislosigkeit bei Elsbecker gegenüber jenen Jagdgenossen, die auf flüchtende Tiere schießen: „Das macht man nicht, außer es braucht einen Fangschuss, um das Tier vom Leid zu erlösen.“ Ebenso verursacht es bei ihm Kopfschütteln, wenn damit gedroht wird, freilaufende Hunde zu erschießen. „Kommunikation ist alles“, betont er und meint damit, mit den Hundehaltern zu reden, statt zu drohen. Dabei hat er selbst Erfahrungen in alle Richtungen gemacht. Einsicht und Verständnis, aber auch Unsachlichkeit und Beleidigungen.
Wir sind in Wildbergerhütte angekommen. Langsam fährt Elsbecker mit dem Pkw durch das Revier, dem Aubach, der sich durch Grünwiesen und kleinen Auenwäldern mäandriert, aufwärts folgend in Richtung Mähhain, Rehhecke und Landhecke. Fast an der Bergkuppe, unweit der rheinland-pfälzischen Grenzen hält der Freizeitjäger kurz an, nimmt seinen 15 Wochen jungen Dackel Alwin mit und zeigt mit dem Finger auf etwas Unscheinbares: „Dort vorne ist eine Kirrung.“ Eine Anfütterungsstelle für Schwarzwild. Versteckt unter einer schweren Holzscheibe liegen goldgelbe Maiskörner. Die beiseitezuschieben, ist für Wildschweine keine Schwierigkeit. Andere Waldtiere tun sich damit schwer. „Einen halben Liter Getreide dürfen wir je Kirrung ausbringen und pro angefangene 100 Hektar ist eine Kirrstelle erlaubt“, zitiert der Jäger das nordrhein-westfälische Jagdgesetz und fügt hinzu: „Von einer Überfütterung kann nicht gesprochen werden.“ Der Wildökologe Frank Christian Heute sieht durch die Kirrung ein zusätzliches Plus im Nahrungsangebot, das durch die milden Winter und der Überproduktion an Eichen und Buchen in Hülle und Fülle vorhanden ist. Auch schwache Tiere könnten so den Winter überstehen.

Ein prüfender Blick ins Gelände. Dort eine Spur von einem Wildschein. Niedergetretenes Gras zeugt von einem Wildwechsel. Elsbecker blickt auf die frischen Zweige der Nadelbäume. Kein Verbiss zu entdecken. „Schalenwild bevorzugt junge Birkenzweige“, meint er. Der frühere monotone Fichtenwald weicht nach und nach einem Mischwald. Der Sturm Kyrill von 2007 hat reichlich Platz geschaffen für Pionier- und Folgegehölze. Hier und da an Holzrinden finden sich kleine Abschabungen. Fegestellen von Rehböcken, die mit ihrem Gehörn an der Rinde kratzen und Duftmarken hinterlassen oder die Basthaut abstreifen, wie Elsbecker erklärt. 

Eine Mountenbikefahrerin ackert sich sportlich den Berg hinauf. „Geht es hier zu den Windmühlen?“, fragt sie etwas außer Atem geraten höflich nach. „Nein, die sind auf der andern Seite“, antwortet Elsbecker freundlich und erklärt ihr den Weg. Er kennt auch andere Erfahrungen. Von „Wildsäuen auf zwei Rädern“, die rücksichtslos durch die Wälder rasen und Passanten gefährden. Jedem sein Hobby, aber mit gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Rücksichtnahme. Das ist die Ansicht des 53-Jährigen.

Auf dem Weg Richtung Jagdhütte steuert Elsbecker einen Waldrand an. Ein kahler, auf circa 1,2 Meter abgesägter Stamm glänzt im Sonnenlicht. Oben auf thront ein Plastikzylinder. Mit schnellem Handgriff entfernt er die Hülse. „Wir haben viel zu viel Plastik“, kommentiert er und befestigt mit einem langen Nagel einen blanken Leckstein. Ein Würfel aus Salz, um dem Wild die Mineralienversorgung zu erleichtern. Regenwasser löst den Stein nach und nach auf. Das „Mineralwasser“ fließt am Stamm herunter und trocknet aus. Solche Salzlecken werden bevorzugt von Hirschen, aber auch von anderen Wildtieren aufgesucht. Der Sinn dieser zusätzlichen Mineralienversorgung wird in Internetforen von Jägern kontrovers diskutiert. Unbestritten ist die lockende Wirkung, um die Tiere im Revier zu halten.

Am Ende eines Feldweges steht die Jagdhütte. Die kleinen Terrasse öffnet den Blick ins Tal. Davor tauschen sich Elsbecker und sein Mitpächter aus Dülmen, Alexander Kerkhoff, kurz aus. Windrichtung und Jagdchancen sind das beherrschende Thema. Kerkhoff wird die Nacht auf einen der Hochsitze im Revier verbringen, obwohl die spartanisch eingerichtete Hütte mit Notbetten eingerichtet ist. 

Fünf Trophäen hängen innen an der Wand über der Tür, präpariert von einem Kürschner. Elsbecker erklärt anhand der Abnutzung der Zähne am Unterkiefer der Rehböcke das Alter. „Zu jeder Trophäe kann ich genau die Geschichte erzählen“, glänzen seine Augen für die Erinnerungsstücke. Jedes Jahr setzt sich Elsbecker mit seinen beiden Jagdkollegen zusammen und plant den Abschuss fürs kommende Jagdjahr. Die Liste muss der unteren Jagdbehörde zur Genehmigung vorgelegt werden. Im letzten Jahr standen, neben anderen bejagbaren Arten, 15 Stücke Rehwild auf dem Abschussplan. Für jedes Mitglied der Pachtgemeinschaft fünf. „Für die Beseitigung von Wildschäden müssen wir aufkommen“, erklärt Elsbecker. Besonders gravierende Schäden richten die Wildschweine an, wenn diese in Rotten über eine Mähwiese pflügen. „Dann müssen wir den Boden mit Mulch wieder ausgleichen“, legt der Jäger da. Das sind Zusatzkosten, wie auch Verbissschäden, die von den Pächtern wieder gutgemacht zu machen sind. Deshalb versucht die Jagdgemeinschaft durch gezielte Bejagung, Einfluss auf die Größe des Wildbestandes zu nehmen. Gemeinsam mit der Hege ist das investierte Zeit. Von 245 Millionen Euro Wertschöpfung auf das gesamte Bundesgebiet bezogen spricht der Deutsche Jagdverband. Einige der aus der Natur entnommenen Tiere landen als Wildbret auf dem Speisetisch. Aber was macht Elbecker mit Füchsen, Dachsen und anderem Erlegtem? Die werden der Pelztierverwertung zugeführt oder für die Ausbildung von Jagdhunden verwendet. In Nordrhein-Westfalen sind im Jagdjahr 2016/2017 insgesamt 930779 Tiere erlegt worden. Im Jagdjahr 2007/2008 waren es knapp 1,6 Millionen. Eine kontinuierliche Abnahme in den vergangenen zehn Jahren. Den größten Teil der letzten Jagdstrecke machten mit 61 Prozent Vögel aus, gefolgt von Mardern (14 Prozent) und Hirsche (12 Prozent), zu denen Rot-, Dam- und Rehwild gezählt werden. Fünf Prozent Anteil an der Jagdstrecke 2016/2017 hatten invasive Neozoen. Eingewanderte Tierarten, die negativen Einfluss auf ein bestehendes Biotop ausüben.

Gute zwei Stunden sitzen wir jetzt auf dem Ansitz. Elsbeckers dreiläufige Jagdbüchse, ein Erbstück des Schwiegervaters, liegt noch immer unbenutzt auf dem Geländer. Die goldene Stunde schlägt in Dämmerung um. Aus der Ferne ist ein lautes Krächzen zu hören. „Ein aufgeschrecktes Reh“, wie Elsbecker zuordnet. Ob der Wind gedreht hat? Der Jäger prüft mit Seifenblasen die Windrichtung. Nein, wir haben das Tier nicht irritiert. Hinter uns im Rücken, auf rheinland-pfälzischer Seite, durchdringt ein heller Ruf die Stille. „Ein Kitz ruft nach der Ricke“. Dann übernimmt wieder der Vogelgesang den dominanten Teil der Geräuschkulisse. Der Waldrand hüllt sich immer mehr in Dunkelheit. Elsbecker schaut suchend durch sein Fernglas. Nichts zu erkennen. „Das war’s wohl“, flüstert er, weckt zart seinen Hund, der vor seinen Füßen liegt, und nimmt die Munition aus dem Gewehr. Dann plötzlich laute kurz abgehackte Rufe aus dem Waldrand. Es klingt wie ” ein hämisches “Hä, hä, hä!” und entfernt sich rasch in den Wald hinein. „Ich habe es gewusst. Der Bock war die ganze Zeit hier und wir haben ihn nicht gesehen“, entrüstet sich Elsbecker. Ja, es klang schon fast so, als hätte uns der Bock zum Abschied ausgelacht. Elsbecker kommentiert mit Humor: „So ist eben die Jagd!“

 

 

 

 

Quellen

Für die Recherche wurde der Jäger Reinhard Elsbecker vom Redakteur in seinem Revier begleitet.

Glossar

Fangschuss: https://de.wikipedia.org/wiki/Fangschuss_(Jagd)

Weiter Informationsquellen

Ökologischer Jagdverband:

https://www.oejv.org

https://de.wikipedia.org/wiki/Ökologischer_Jagdverband

Deutscher Jagdverband: https://www.jagdverband.de

Räuber-Beute-Verhältnis des Wolfs:

WildbiologenUlrich Wotschikowsky: https://www.jagderleben.de/praxis/woelfe-schalenwild

Einfluss der Kirrung

Frank Christian Heute (https://www.wildoekologie-heute.de/themen/schwarzwild/),

Statistik über die Jagdstrecken:

https://www.umwelt.nrw.de/naturschutz/jagd-und-fischerei/jagd/jagdstrecken-statistik/

Salzlecken:

https://forum.wildundhund.de/showthread.php?28509-Salzlecken-notwendig-oder-Luxus

https://jagderleben.landlive.de/m/boards/thread/60504/?page=1

Neozoen und invasive Arten in NRW

http://neobiota.naturschutzinformationen-nrw.de/site/nav2/Artenlisten.aspx?ART=Tiere

 

 

 

 

 

 

 

 

Vortrag über Sommer- und Winterquartiere in den Baumbergen

Kreis Coesfeld, 23.10.18 (PM). Fledermäuse stehen als gruselige Verkleidungen gerne auch in der Halloween-Nacht Pate, obschon die nachtaktiven Säuger mit ihrem plüschigen Fell und den großen Ohren possierlich anzusehen sind. In einem Fachvortrag am 31. Oktober stellen Frauke Meier und Lena Grosche ganz besondere Arten der Baumberge vor. Die Wälder sind mit ihren Strukturen attraktiver Lebensraum für unsere Fledermäuse in NRW. An die 10.000 Tiere überwintern in Brunnenschächten, Eiskellern und andere dunkele Rückzugsräume. Im Sommer zieht nicht nur die seltene Bechsteinfledermaus ihre Jungen in den Wäldern groß. Die Referentinnen stellen neben besonderen Raritäten auch die häufigeren aber nicht weniger spannenden Arten unserer Siedlungsräume vor.

Übersicht

Termin: Mittwoch, den 31. Oktober von 18:00 bis ca. 21:00 Uhr
Treffpunkt: Naturschutzzentrums, Alter Hof Schoppmann, (der Parkplatz des Hofes ist über die Navi-Adresse Wullaweg 2, 48301 Nottuln-Darup zu erreichen)
Leitung: Frauke Meier und Lena Grosche (Echolot – Büro für Fledermauskunde, Landschaftsökologie und Umweltbildung)
Anmeldung und weitere Informationen: keine
Kostenbeitrag: kostenfrei