Online gucken – lokal kaufen

Coesfeld, 14.03.18 (hlm). Unter Experten ist es eine Binsenweisheit. Kunden recherchieren im Internet nach Produkten, lesen Bewertungen und entscheiden sich für eine Marke. Kaufen tun sie vor Ort. Unter einer Voraussetzung: Das Objekt der Begierde ist verfügbar. Der webaffine Mensch sucht. Wie Nina Völker auf der Sitzung des Arbeitskreis Handel & Gastronomie vom 13.02.18 treffsicher formuliert: “Google sind die Gelben Seiten von heute.”

Die Coesfelder Marketingexpertin hat einen Selbstversuch gemacht. Auf Anhieb hat sie ihr Testprodukt in der Ergebnisliste der Suchmaschine nicht gefunden. Erst über Umwege zeigte sich die Webseite eines Coesfelder Einzelhändlers. Aber dort waren die Informationen arg dürftig. Es fehlen wegweisende Informationen der Erreichbarkeit. Produktinformationen und, was heute wichtiger denn je ist, Transparenz der Serviceleistungen. Ein handfestes Beispiel hängt die 35-Jährige gleich an. Die Lieferzeiten eines Paketdienstes sind mit ihrem Berufsleben nicht deckungsgleich zu bekommen und sie wollte dringend ein spezielles Buch innerhalb weniger Tage haben. Bei einem Coesfelder Buchhändler ging es. Sogar mit individueller Auslieferung nach Hause. “Diese Serviceleistung ist aber auf der auf der Internetseite nicht sichtbar”, entsetzt sich Völker. Dabei ist es einer der klassischen Lehrsätze des Marketings: “Tue Gutes und rede darüber.” Auf dem Weg ins digitalisierte Zeitalter fehlt es den meisten Coesfelder Händlern und Dienstleistern an den Grundlagen. Den Fisch angelt man nicht mit dem blanken Haken an Land. Die Auffindbarkeit und Präsentation des Mehrwerts für den Kunden im Netz sind das A und O! Da ist es nicht mit der einfachen digitalen Visitenkarte getan. Vor allem dann nicht, wenn sie nicht responsiv ist und somit auf Smartphones oder Tabletts nicht repräsentabel ist. Gerade auf die “Hosentaschenbildschirme” greifen rund 70 Prozent der Nutzer zu – altersunabhängig. Das wird ab Juli 2018 Google in seinem Suchalgorithmus berücksichtigen. “Webseiten, die für Smartphones & Co nicht tauglich sind, werden dann abgewertet”, plaudert Völker aus dem Nähkästchen.

Die Internetseite ist ein Bestandteil einer gesamten und individuellen Kommunikationsstrategie. An dessen Ende des Entwicklungsprozesses kann ein Onlineshop stehen. 44,2 Milliarden Euro setzte der deutsche elektronische Handel (E-Commerce) im Jahr 2016 um. Für 2017 erwarten Wirtschaftsexperten einen Zuwachs um zehn bis dreizig Prozent. Die größten Tortenstücke fallen dabei Amazon, Otto und Zalando zu. Insgesamt beteiligten sich nach einer Modellrechnung von iBusiness 383.293 Unternehmen im Jahr 2016 an E-Commerce. Da braucht es schon eine ausgefallene Idee mit einem Alleinstellungsmerkmal, um mehr als nur die Krümel vom Tellerrand zu picken.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.