Schwester Josefa Maria Bergmann war bei der Generalkonferenz in Afrika

Coesfeld, 22.12.18 (pbm/mek). Das regnerische Wetter in Coesfeld hatte Schwester Josefa Maria Bergmann für fast vier Wochen hinter sich gelassen. Gemeinsam mit weiteren Provinzoberen und der Generaloberin Schwester Maria Kristin Battles der Schwestern Unserer Lieben Frau hat sie sich zur Generalkonferenz in Tansania getroffen. „Die Leitungsebene des Ordens kommt zwei Jahre nach dem letzten Generalkapitel, das in Coesfeld stattgefunden hat, und zwei Jahre vor dem nächsten Generalkapitel, das auch wieder in Coesfeld stattfinden wird, immer an einem anderen Ort zusammen. Letztes Mal haben wir uns in Indonesien getroffen, dieses Mal in Afrika, und in vier Jahren werden wir uns in Indien treffen“, berichtet die deutsche Provinzoberin. Auf der Tagesordnung der 23 Teilnehmerinnen stehen dann Berichte und Beschlüsse sowie Themen wie beispielsweise die Ausbildung, die Gerechtigkeit oder die Weiterentwicklung des Ordens. „Aber wir haben auch über das interkulturelle Zusammenleben von Schwestern gesprochen, wie wir es im Haus Emmaus in Coesfeld bereits praktizieren“, informiert Schwester Josefa Maria, die im Kloster Annenthal wohnt und im angeschlossenen Provinzialat arbeitet.

Aber die Ordensfrau hat auch die Zeit genutzt, sich verschiedene Projekte in Afrika anzuschauen. „Und ich habe Schülerinnen und Schüler der Liebfrauenschule aus Coesfeld auf dem Markt in Arusha getroffen. Sie waren auf dem Weg in ein 150 Kilometer entfernt liegendes Dorf der Massai, um am Bau einer Schule mitarbeiten“, berichtet sie lachend. Das Kooperationsprojekt zwischen den Schwestern, dem Verein „Dialog hilft Kindern in der einen Welt“ und dem bischöflichen Berufskolleg Liebfrauenschule wird im nächsten abgeschlossen. „Zwei neue Gebäude sind entstanden, die nach unseren Gründerinnen benannt sind. Man merkt vor Ort, dass die Coesfelder Ordensgeschichte dort weitergeschrieben wird“, berichtet sie. In den vergangenen Jahren sind ein Kindergarten, eine Schule mit inzwischen sieben Klassenräumen sowie zwei Internatsgebäude entstanden. „Eine größere Armut kann man sich kaum vorstellen. Das Projekt gibt den Menschen Würde. Es ist sehr beeindruckend“, lobt sie das Engagement vieler.

Wie wichtig die Arbeit der Schwestern in den unterschiedlichen Projekten sei, habe sie auf der Konferenz immer wieder erfahren. Aber auch die Unterstützung der Mädchen, die ihren Weg selbst im Orden sehen, sei zur Sprache gekommen. „Denn dieser Weg ist gegen die afrikanische Kultur. Die Familien erhalten von den jungen Frauen nichts zurück. Das ist anders, wenn sie verheiratet werden“, stellt Schwester Josefa Maria den Konflikt dar.

Während eines Besuches in Uganda erfuhr die Ordensfrau, wie sich die Kirche in der Bildung der Kinder engagiere. „Das ist mit deutschen Maßstäben nicht zu vergleichen. Aber dank der Spenden aus dem Ausland sind unsere Schulen in Afrika im Vergleich zu den staatlichen Schulen sehr gut ausgestattet“, sagt sie. Die Zeit in Afrika habe sie als sehr bereichernd empfunden. „Seit 25 Jahren ist der Orden dort aktiv, und es ist toll zu sehen, was die Schwestern aufgebaut haben“, lobt sie.

Mit vielen Eindrücken ist Schwester Josefa Maria ins Kloster Annenthal zurückgekehrt. Im Gepäck hatte sie Gebetsanliegen. „Über ihr Gebet tragen unsere Schwestern die Arbeit ihrer Mitschwestern in der Welt mit und stärken auf diesem Weg die internationale Gemeinschaft“, erklärt die Provinzoberin.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.